Freitag, 3. Dezember 2010

...liebe Grüße an das Experiment Selbstversorung

Lieber Michael! Liebe Lisa!

Danke, Michael, für deinen offenen Brief.(http://experimentselbstversorgung.net/?p=522)
Bei so vielen freundlichen Worten will ich natürlich gerne antworten.

Als ich vor mehr als fünf Monaten zum Geburtstag von Bene „Ökostrom“ geschenkt bekommen hab, dachte ich nicht wohin denn das führen würde.
Natürlich haben wir Müll getrennt (und sogar sauber ausgewaschen), gerne dienstags Universum geschaut und alle paar Jahre bei der Partei ein Kreuzerl gemacht, der wir am meisten Umweltproblemlösungskompetenz zutrauten.

Aber ich hab mich auch jeden Dienstag geärgert, dass der blöde Kommentator am Ende jeder Folge von Universum sagte, dass es das soeben gesendete Paradies aufgrund von blöden Wilderern/Staaten/Menschen bald nicht mehr geben sollte - das hat mir jedes Mal ordentlich die Stimmung versaut. Ich hab mich schrecklich geärgert, über korrupte Politiker, die zuließen, dass der Regenwald abgeholzt wird. Ich hab mich geärgert über die bornierten Amerikaner, die so viel Auto fahren und Wasser verbrauchen.

Und dann sind wir leicht naiv gestartet mit dem Vorhaben 'klimaneutral' und umweltfreundlich zu leben –hört sich ja schließlich auch cool an, oder?

Wir sind rein gewachsen in die Sache, haben wirklich viel gelesen. Je mehr wir lasen umso mehr wurde uns bewusst, dass es nicht nur an denen liegt, die verschwenderische, fette SUVs fahren, viel fliegen, Kaviar essen und Pelzmäntel tragen.
Mir wurde bewusst, was wir mit unserem kleinen Familienleben für einen gewaltigen Schaden anrichten. Wir, Teil eines Systems, waren mit unserem gesamten Alltag mit Schuld an einer erschreckenden Entwicklung.
Nie hätte ich gedacht, dass wir mit dem Kauf unserer Spielkonsole den kongolesischen Bürgerkrieg unterstützten und in unseren Handys Konfliktmaterialien stecken, die mit großer Wahrscheinlichkeit von Kindern aus Minen gekratzt wurden.

Wir haben täglich ein bisschen mehr verstanden, wie unsere Welt funktioniert. Und obwohl diese Wirklichkeit verstört und überwältigt, will ich auch in Zukunft nicht aufhören verstehen zu wollen. Dies ist der Motor unserer Veränderung.

Aber all das Wissen lastet schwer auf meinem Rücken.
Du schreibst: "Es laufen so viele Dinge schief auf dieser Welt, dass man oft gar nicht weiß, wo man anfangen soll."
Pest oder Cholera, was ist besser? Oft bleiben sogar mir die Worte weg und ich stehe wie gelähmt vor einem Regal im Supermarkt und überlege, ob ich nicht nur irgendwo im Leben falsch abgebogen bin. Sondern ob es einen richtigen Weg überhaupt gibt, wenn man ausschließt, dass man sich nicht irgendwo runterstürzen will.

Dieser Blog sollte eigentlich ursprünglich unser Druckmittel sein, auch weiterhin konsequent zu sein. Ist schließlich viel peinlicher, öffentlich aufgeben zu müssen. Aber das ist nicht mehr der Hauptgrund. Die positiven Nebeneffekte der Operation Limbo tragen das Projekt von alleine. Zusätzlich hat der Blog uns auch in Kontakt gebracht mit vielen anderen Menschen, was uns in unserem Denken gleich viele Schritte vorwärts gebracht hat.

Ich habe einige gut gebildete Menschen getroffen, die mit mir meine damalige Meinung teilten, dass diese Welt sowieso nicht zu retten sei. Aus diesem Grund hatten sie beschlossen, noch genussvoller, konsumorientierter und verschwenderischer zu leben. Natürlich beobachte ich deren Leben argwöhnisch. Kann es sein, dass wir auf dem falschen Dampfer sitzen?
Auch sie waren in einer ähnlichen Situation gewesen wie wir, in der sie erkannt hatten, dass der kaum zu bremsende Zug in eine „unglückliche“ Richtung fährt, um es mal nett zu formulieren. Neulich dachte ich mir dann eben auch, was soll’s? Wir haben gekauft, worauf wir Lust hatten, Nutella, Backpapier, einen schicken Wintermantel…

Aber es macht keinen Spaß mehr, denn wir wissen bescheid. Folglich kann ich mir auch nicht vorstellen, dass dieser Lebensweg glücklich machen kann. Kann man mit diesem Gewissen wirklich gut leben?

Anderseits bin ich soo dankbar für alle, die wir außerdem kennen gelernt haben, und die mir dann den Vogel zeigen! ;-) Die mir sagen, dass wir selbstverständlich noch das Lenkrad herumreißen werden. Alle zusammen. Oder zumindest eine kritische Masse an Menschen.

Ich finde es besonders faszinierend, dass ihr zwei als Veganer Selbstversorger werden wollt. Geht denn das überhaupt? Ich bin gespannt! Denn ich weiß noch gar nicht, wie das mit dem ‚normalen’ veganen Leben überhaupt klappen soll.
Auf der anderen Seite, finde ich großartig, dass ihr wirklich erfolgreich dabei seid, ein Netzwerk aufzubauen. So etwas fehlt schon lange –nicht nur in Österreich. Hut ab!

Nun ja, jetzt sehe ich mal in den nächsten Monaten, dass ‚meine G’scheitheit’ auch staatlich anerkannt wird. Und falls wir uns vorher nicht mal treffen, was mich seeeehr freuen würde, sind wir dann wieder dabei, beim bloggen. Dann aber mit diplomierter Gescheitheit ;-)

Donnerstag, 2. Dezember 2010

...und sowieso und überhaupt

Was kaufen Menschen, die Jaaahre fernab jeder konsumorientierten Welt ihr Dasein fristen mussten und dann plötzlich in einer M-Preis-Filiale stehen?

Ich weiß es genau und ich kann es euch detailliert auflisten:
1 großes Glas Nutella, 1 Packung Soletti, Barilla Saucen und Fertignudeln in zwanzig verschiedenen Formen, eine Wochenladung Hipp Babynahrung, Eis, Eiswaffeln, Biskotten, Bananen, Schokolade, Kochschokolade, Buttermandelstollen, diverse Weihnachtssortenjoghurts und sowieso und überhaupt.

Jawohl wir sind umgefallen - 'but such what from'!

Die Widrigkeiten unsers Projekts schlugen mit voller Wucht zu und begruben alle Bemühungen mit einer dünnen Schicht Schnee.
Nachdem ich mich wohl oder übel mit der Beendigung meines Studiums tunlichst auseinandersetzten sollte und weniger (gar keine) Zeit in die Operation Limbo investierte, nachdem Sam krank war, nachdem die Bauern nur Vormittags in der Markthalle sind, nachdem die Bauern in der Markthalle halt auch nur mehr Sauerkraut verkaufen, nachdem ich mit dem Fahrrad über den Matsch schlitterte, nachdem ich es satt hatte immer das selbe zu essen, nachdem ich Kiloweise an Gewicht zulegte, weil ich eben alles Gemüse (das mich in diesen finsteren Zeiten im Stich ließ) durch Milchprodukte ersetzte und dann erkennen musste, dass dies weitaus umweltschädlicher ist, als ein Apfel aus Neuseeland, hatte ich es satt! Jawohl! und sowieso und überhaupt!

Wie im letzten Beitrag geschrieben, werden wir wohl alles neu ausrichten müssen. Nur wie?

Leider bin ich aber im Moment gezwungen, dringend meine Diplomarbeit fertig zu schreiben. Deshalb werden wir hier für ein paar Monate eine Pause einlegen, so traurig mich das auch macht.
Das heißt aber noch lange nicht, dass wir aufgeben! [Rufezeichen]
Ich freu mich schon, wenn ich euch berichten kann, ob und wie sehr wir diesen Winter gefroren haben, wie denn die Umstellung auf 'vegan' voran geht, wie man Bananen anpflanzt ;-) und ob ich meinen Traum-Permakultur-Bauern gefunden habe.
Versprochen!
Liebe Grüße, Vroni

Ps: Ich bin sehr froh, dass wir hier bei weitem nicht die einzigen sind, die ihr Leben (öffentlich) umweltfreundlicher gestalten, oder sich für den Umweltschutz stark machen. Deshalb möchte ich euch auf folgende Blogs aufmerksam machen, die ich immer gerne lese:

http://experimentselbstversorgung.net/
http://www.keinheimfuerplastik.at/
http://www.ende-der-maerchenstunde.de/
http://querschrift.wordpress.com/
http://permakultur-blog.de/
http://klauswerner.com/

Mittwoch, 17. November 2010

...Milchmädchenrechnung

der Corpus Delicti





Endlich hatte ich ihn gefunden: freundlich, billig und nahe.
Auf der Suche nach einem Innsbrucker Bauern, der bereit ist die Milch seiner Kühe an Privatpersonen zu verkaufen wurde ich fündig. Jenseits des Rapoldiparks steht ein unscheinbarer Bauernhof; eingewachsen in eine städtisches Bebauung, die mit ländlicher Bauweise nichts mehr gemein hat.
Wie durch ein Wurmloch gelangt man hier durch den Seiteneingang des Hauses in eine völlig andere Welt.
Es riecht verdammt nach Land, nach Kühen und viel Arbeit.
Für nur 80 Cent bekommt man einen Liter warme Milch und Einblick in eine für Stadtbewohner ferne - übrigens nicht lila farbene - Welt. Zuerst war ich enttäuscht keinen Milkomaten vorzufinden, sondern nur fixe Öffnungszeiten: 18-19 Uhr - jeden Tag.

Doch dann war ich froh darüber, denn die Bäuerin ist überaus freundlich und immer offen für Plaudereien.
Etwa 30 erwachsene Kühe stehen dort in Anbindehaltung in Reih und Glied. Freilauf haben sie nicht, weil es keine Zugang zu einer Alm gibt und auch sonst wenig Platz.
Sam zeigte sich äußerst interessiert, aber überwältigt von Wesen, deren Euter auf seiner Augenhöhe waren. Auch die Kälber waren ihm zu neugierig.
Da machte uns die Bäuerin auf das neue Kalb aufmerksam. Ich musterte alle Kühe, doch konnte kein Kälbchen zwischen den 120 Beinen entdecken.
Und dann sahen wir ein 4 Tage altes Häufchen lebendiges Kalbfleisch mit riesigen Augen in einer massiven, aber kleinen Metallbox liegen.
Natürlich getrennt von seiner Mutter bekommt es die Milch, die bei Abfüllen der Milchkannen verschüttet wird. Ich war wirklich nicht begeistert, denn hier war es endlich - das Vorführkalb meines schlechten Gewissens, das mich schon so lange plagt. Denn als Mutter eines kleinen Menschenkälbchens weiß ich: ohne Kalb keine Milchprodukte.

Am Heimweg dachte ich darüber nach, was ich tun würde, wenn ich wüsste, dass mein Nachbar auf sonderbar Weise eine Hündin halten würde. Eine Hündin, die ihre kleine Metallbox nie verlassen darf. Sie kommt nie ins Freie, kann sich in ihrer Box nicht umdrehen, liegt oft Stunden in ihrer eigenen Kacke und wird jährlich von einem Menschen künstlich befruchtet. Gleich nach der Geburt nimmt man ihr das Hündchen weg und legt es ebenfalls alleine in eine Box. Dann wird das Hündchen gemästet und gekocht (bitte keine Witze über das Dünsten) und die Hündin gemolken.

Zuhause hat Bene dann mit mir auf ein Glas Soja-Milch angestoßen. 'Gewöhnungsbedürftig' ist ein sehr freundliches Wort - zu freundlich. Nur Sam hat alles gierig ausgetrunken.

Also sprechen wir es einmal aus: Vegan. Auf das wird es bei mir auf kurz oder lang rauslaufen. Und das wird sicher die größte Umstellung bisher werden, denn ich trinke Milch nicht nur, ich liebe sie.
Nun, vielleicht fragt sich wer, was das denn mit Umweltschutz zu tun hat. Jawohl, sehr viel.
Schon lange weiß ich, dass die CO2 Bilanz von Milchprodukten nicht wirklich besser ist, als von Fleisch. Man kann den CO2-Verbrauch auf zirka ein Siebzehntel reduzieren, wenn man vegan lebt und Wasserverschmutzung, Flächen- und Ressourcenverbrauch radikal verringern.

Natürlich kann ich mich auch nicht von Lauch und Kohl und Lauch ernähren. Deshalb werden wir unser Projekt umgestalten. Ganz ohne Müll wird es nicht mehr gehen, denn vegane Produkte sind vielfach verpackt. Und auch ausschließlich bei Produkten aus Tirol wird es nicht bleiben. (Ich gebe auch zu, dass so viel Kraut und Kartoffeln sowieso unlustig machen.)
Unter dem Strich bleibt trotzdem eine enorme Einsparung von Umweltverschmutzungen. Ich werde es demnächst mal vorrechnen.
Und was ist mit der Gesundheit?
Mittlerweile empfehlen immer mehr Experten die vegane Ernährung. Eine viel zitierte Studie der international renommierten ADA (American Dietetic Association), eine 70.000 ExpertInnen umfassende Ernährungsorganisation zeigt, dass eine vegane Ernährung sehr wohl für Menschen in jeder Lebensphase geeignet ist.

Schritt für Schritt werden wir nun alles umwälzen. Oder ich zumindest. Mal sehen was unterm Strich dann rauskommt, für unseren Bauch und die Umwelt.

Dienstag, 26. Oktober 2010

...zeigt her eure Füße














Einskommafünfer-Schnitt

Gestern, am Nationalfeiertag konnten wir den neuen, großen Skateboard... äh Landhausplatz besichtigen.
Auch das Landhaus lud zum 'Tag der offenen Tür'. Zwischen Aufklärungplakaten zu Feuerbrand, "Mal doch mal den Hauptmann Platter"-Aktionen (ich hab mich dann doch nicht getraut) und Juff-, Bildung-, Raumordungs-Ständen mit endlosen Prospekten und Gratiszuckerln und Luftballonen sah ich einen freundlichen, sympathisch aussehenden Herren stehen:

"Ahh... eine junge Familie! Habt ihr Interesse euren ökologischen Fußabdruck berechnen zu lassen?".
Ha!! Dem haben wir ja gerade noch gefehlt.

"Ja, selbstverständlich sehr gerne. - Engarde!"
Siegessicher sind wir angetanzt und haben stolz von unseren Verhaltenänderungen berichtet, und großzügig mit Fachwissen herumgeworfen, während wir über Leben befragt wurden.

Ergebnis: Bene hat einen ökologischen Fußabdruck von 3,1 Hektar. Damit liegen wir super unter dem Durchschnittsbürger, der 4,9 Hektar beansprucht - na puh, noch mal Glück gehabt. Wir geben uns ja schließlich Mühe.
Die Stimmung sollte aber doch in Grund und Boden versinken, als wir die zwei Kugeln am Ende sahen: Eine ganze Erdkugel und eine angeschnittene. Würde jeder Mensch dieser Erde so leben wie Bene, würden wir 1,7 Erden benötigen um unseren Rohstoffbedarf zu decken. Da ich nicht zur Arbeit pendeln muß und kein Fleisch esse schneide ich 'besser' ab: 1,3 Erden.

Das sieht nach Hobbit-Fußabdruck aus. Groß und haarig.
Da strengen wir uns so an und erreichen nicht mal das 'Soll': EINE Erde.

Was lässt sich daraus schließen?
Könnten wir alle in Österreich überzeugen, die Limbo-Stange tiefer zu legen, würden wir trotzdem mehr verbrauchen als allen Österreichern 'zusteht'. Ich gebe zu - und ihr habt schon oft zu lesen bekommen - dass ich auch ab und an hadere mit dem was wir tun. Es hat durchaus mit Entbehrungen zu tun. Und wer 'Ismael' gelesen hat, weiß dass man nicht zu hoffen braucht, dass die Menschen sich bessern werden. Auch die Industrie wird sich nicht freiwillig zu ernsthaftem Umweltschutz bekennnen - ganz im Gegenteil.

Worauf kann man dann noch hoffen?
Sagt mir, worin seht ihr Hoffnung? Oder wird das Projekt Homo Sapiens demnächst beendet? Wird es eine natürliche Auslese (Chemiekatastrophen, Kriege um Ressourcen, schwere Schäden durch Atomkraft) geben, die die Menschheit wieder auf ein verträgliches Maß begrenzt?

Worauf ich setze, möchte ich ausführlich im folgenden Beitrag schreiben. Auch wenn die meisten Österreicher damit nichts mehr zu tun haben wollen, werde ich euch damit demnächst salben.

Und ich bin ganz gespannt! Wer kann mit Elben-Pfoten prahlen und wo sind die Hobbit-Füßler, oder gar die Ork-Treter? Ich freu mich sehr über Kommentare.

Hier gehts zum Test:
http://www.mein-fussabdruck.at/footprint/info

...kostet nix, aber is nit umsonst




In der Höttinger Gasse, ganz unten noch, gegenüber vom Waldorf, gibts einen großartigen Laden. Er heißt "kost nix" und ist ab heute mein Lieblingsladen.

Jeder darf hier bei seinem Besuch drei Gegenstände mitnehmen, die er brauchen kann. Dafür muß weder bezahlt werden noch wird eine andere Gegenleistung verlangt.

Dafür kann jeder dort Sachen vorbei bringen, die er nicht mehr braucht.

"Damit sollen Gegenstände ihren Geldwert (Preis), aber nicht ihren Gebrauchswert verlieren. Es wird also versucht, das kapitalistische Wertsystem und die Marktlogik zu hinterfragen und in diesem (noch) kleinen Bereich zu umgehen. Ein Umsonstladen soll der Konsum- und Wegwerfgesellschaft entgegenwirken und einen bewussteren Umgang mit den Ressourcen fördern."

Ein bisschen chaotisch sah es schon aus. Das liegt daran, dass die meisten vergessen, dass hier niemand fürs Aufräumen und Putzen bezahlt wird.

Aber dafür gibts viel zu entdecken. Vor allem für Sam, der gleich entschieden hat, was mitzunehmen ist: eine Plastik-Sandschaufel, ein Plastik-Sandkübel und ein Plastikmüllsack, den er aus einer Kiste gezerrt hatte. Letzteres hab ich allerdings strikt abgelehnt, denn wer will schon zurück in die 'Stein... ähäm...Plastikmüllsackzeit'?
Bei der Plastik-Schneeschaufel hätte ich aber aus heutiger Sicht vielleicht doch ja sagen sollen.

http://www.umsonstladen.at/innsbruck/index.php?page=start

Freitag, 22. Oktober 2010

...Öko-Täuschungen - Teil1: Waschnüsse

Ja, ich hab sie auch daheim: indische Waschnüsse. Aber ich werde keine mehr kaufen. Die Restlichen werde ich noch verwaschen, denn einen Baum setzten kann ich damit ja leider keinen mehr.

Indische Waschnüsse gelten als der Inbegriff ökologischen Waschens. Aber das stimmt so leider nicht mehr.

Die Nuss des Rithabaumes enthält einen seifenähnlichen Stoff. Nach dem Gebrauch können die Nüsse kompostiert werden.

Seit immer mehr Europäer und Amerikaner diese Nüsse kaufen, ist der Preis dieses Waschmitteln, mit dem in Indien traditionell gewaschen wird, so sehr gestiegen, dass sich die meisten Inder die Waschnüsse nicht mehr leisten können. Zwischen 2003 und 2008 hat sich der Preis in Indien für Waschnüsse versechsfacht. Deshalb verwenden die Inder das viel billigere und aggressive Waschpulver. Weil bewusste Konsumenten in Industrieländern die Waschnüsse entdeckt haben, werden auf der anderen Seite der Erde Chemiekeulen verwendet.

Ökotest hat die Waschnüsse in der Waschmaschine getestet und die Bewertung ergab ein "mangelhaft".

'Immerhin: Die von uns beauftragten Fachleute konnten keine schädlichen Inhaltsstoffe feststellen. Die Waschleistung aber war alles andere als überzeugend. Wir ließen Baumwolle bei 40, 60 und 95 Grad Celsius mit zehn verschiedenen haushaltsüblichen Verschmutzungen waschen. Die meisten Flecken waren noch erkennbar, teilweise sogar deutlich, bei 95 Grad waren die Ergebnisse nur minimal besser.'

Waschnussnutzer schwören aber meist auf ihre Art zu waschen.
Dass die Wäsche in der Maschine oft wirklich sauber wird, liegt aber an der reinigenden Wirkung von warmen Wasser. Braucht man die Nüsse also noch als psychologische Krücke?

An meine Haut lass ich nur Wasser und ein wenig Seife. ;-)
Aber bei meiner Wäsche vertrau ich auf warmes Wasser und ein klein bisschen kinderkackefeindliches, umweltfreundliches Waschmittel aus dem Bioladen.

Aber dann, wenn das mit dem Töpfchen funktioniert,
dann, wenn Grasflecken vom Fußballspielen nur selten in unserer Wäsche sind,
dann, wenn 'Trenzbarterlen' und Leibchen und Hosen nicht voller Sugo-Flecken sind,
dann, teste ich mal, ob man auch nur mit warmen Wasser waschen kann.


Quellen:
http://www.taz.de/1/zukunft/konsum/artikel/1/waschnuesse-mangel-durch-bio-boom/?src=TE&cHash=adf83ce283
'Ende der Märchenstunde' von Kathrin Hartmann, Seite 233
http://forum.oekotest.de/cgi-bin/YaBB.pl?num=1112360030

...was ihr schon immer über Bücher wissen wolltet - oder auch nicht

Gleich zu Beginn ein Geständnis:
Ja, ich sortiere Bücher am liebsten nach der Farbe des Buchrückens. Und selbstverständlich kommen Bücher die gerade nicht zum Design des Wohnzimmers passen in eine Schublade.

Wieso das Bene rasend macht, kann ich nicht verstehen. Es ist doch viel einfacher nach Farben als nach Buchstaben zu suchen. Und ein Blick ins Wohnzimmer verrät doch, dass ein rotes Buch zwangsläufig in der Schublade stecken muß, oder?

Was uns dann aber wieder eint, ist die Liebe zu Büchern. Manchmal (und immer öfters) ist es dann auch die selbe Literatur.

Monateweise überwiesen wir schon hunderte von Euros an Amazon, um am anderen Ende des Bücherregals immer die Stapel der Kategorie 'nicht so interessant' in Kisten zu packen und zur 'Klamotte' zu liefern.

Das hat jetzt ein Ende. Fast jeden Montag Abend spazieren wir gemeinsam in die Stadtbücherei. Dort leihen wir uns (unverschämterweise mit Sams Mitgliedsausweis) maximal zehn Bücher aus. Ich bin sehr stolz, dass Sams erste elektronische Karte die e-card und die zweite der Bücherei-Ausweiß ist. Eine Karte fürs körperliche Wohl eine fürs seelische. Gott sei dank bin ich dort immer schwer beschäftigt Bücher aufzuräumen, die Sam im Vorbeigehen deplatziert. Denn ich finde laufend mehr interessante Bücher als ich tragen kann.

Was bingts schon wieder?
x Sooo viel Geld gespart!
x Uninteressante Bücher werden gleich entlarvt und gar nicht mit Heim genommen. So erspare ich mir auch das ewige "Hat das Buch wohl ein FSC-Siegel? Und wenn ja, welches?".
x ich bin entsetzt wie viele Bücher mittlerweile in China gedruckt werden. Das wird jetzt vermieden.

Und so verschlinge ich derzeit etwa ein Buch alle vier Tage. Und das eigentlich fast gratis.

Wer weiterhin gerne Bücher kaufen will:

Es hat mich sehr interessiert, was umweltfreundlicher ist. Bücher beim Buchhändler zu kaufen oder auf Amazon. Bezieht man allein die umweltrelevanten Fakten mit ein, lautet das Ergebnis wie folgt: Wenn man extra mit dem Auto zur Buchhandlung fahren müsste, lieber auf Amazon kaufen. Wenn man sowieso in der Nähe ist, oder mit dem Rad zum Buchhandlung fährt, lieber in der Buchhandlung kaufen.

Allerdings sollt man beachten, dass es immer Sinn macht kleine Buchhändler beim leider mittlerweile beiharten Kampf ums Überleben zu unterstützen und Riesen wie Amazon oder Thalia zu meiden.
Am Wochenende haben wir mit Freunden dann unseren ersten Bücherbrunch veranstaltet. Und das funktioniert so:
Jeder bringt Bücher mit, die ihn gefallen haben und die er bereit ist herzuleihen. Jeder bringt Essen mit, das ihm schmeckt und das er die anderen gerne essen lässt. Und dann wird wild getauscht. Wer seinen Namen in sein Buch schreibt, will es gerne wieder haben. Wer keinen Namen hinein schreibt, gibt das Buch frei.
Wären wir nicht so gute Freunde, und hätten wir nicht so viel zu tratschen gehabt, hätten wir sicher noch mehr über die Bücher geredet. So haben wir uns vor allem über das Essen hergemacht.
Wer Freunde einladen will, die sich nicht gut kennen, dem kann ich einen Bücherbrunch absolut empfehlen. Es gibt immer was worüber man sich unterhalten kann. Es wird nie peinlich still. Es sei denn, alle beginnen sofort zu lesen. 'Gruppenlesen' ist bestimmt auch ganz witzig.

Mittwoch, 29. September 2010

...leise rieselt die Zeit davon

Klingelts da bei wem?
Alle sind bereits am Weg.
Der Weihnachtsmann mit Elektroschneemobil und das Christkind mit Hoover(board)-Flügeln. Denn der Weg vom Nordpol und vom Himmel hierher ist weit und Weihnachten ist bereits in ...

bald! Sehr bald!

Weihnachten ist für viele Menschen der Alptraum pur. Vor allem in Produktionsländern werden gerade vor Weihnachten 20h-Schichten geschoben oder Kinder mit in die Fabriken geschleppt um der gewaltigen Nachfrage an Weihnachtsgeschenken nachzukommen.

Um der ungeheuren Geschenkeflut diesseits des Erdmittelpunktes Herr zu werden haben wir und Benes Familie bereits letztes Jahr die Zügel gezogen. Wir haben gewichtelt! Jeder bekommt nur ein Geschenk von jemandem der geheim seinen Namen gezogen hat. Natürlich war ich auf der Suche nach dem perfekten Geschenk für mein Wichtelkind und ich muß zugeben, es war nicht viel weniger Stress als alle nur so halbherzig zu beschenken. Schließlich bin ich ein wenig perfektionistisch. Ich mag keine halben Sachen. (Alle die mich besser kennen nicken vermutlich gerade wie eine Wackeldackelarmee) Trotzdem: Weihnachten war super, denn jeder war gespannt, wer wen gezogen hatte und was sich die anderen so überlegt hatten. Das steht doch im Vordergrund, denn im Grunde genommen können wir uns doch alles Kleinkram selbst kaufen, den wir uns wünschen.

Heuer gehts ans Wichteln 2.0!
Denn überraschenderweise stimmten alle zu, als wir den Vorschlag machten, dass heuer die Geschenke nichts kosten dürfen. Das bedeutet 'selber basteln' oder 'Dienstleistung'.
Natürlich kann ich nicht unsere besten Ideen hier verbreiten, aber es gibt wirklich super Geschenke, die nichts kosten:
  • Wie wäre es damit eine Geschichte zu schreiben, in der der Beschenkte die Hauptrolle spielt?
  • Oder einer Stadtrundfahrt auf dem Fahrradgepäckträger, inklusive aufmerksam machen auf spannende Details und nette Plätzchen
  • Gutschein für einmal Sex (sehr beliebt)
  • Gutschein für einmal keinen Sex (auch sehr beliebt)
  • ein Brief-Abo für den Vater (Väter wissen doch selten Bescheid, was in deinem Leben so passiert. In nur 12 Briefen kann man das ändern. Man muß nicht immer die Tagesthemen aufschreiben. Ein Witz oder ein netter Spruch macht auch viel her)
  • einen Zaubertick oder Kartentrick lernen, Zaubershow veranstalten (und dem anderen irgendwann auch beibringen.)
  • ein Familienmemory basteln (hab ich gemacht, war höllisch viel Arbeit aber hat sehr gut gefallen)
  • noch Erinnerungen an den bunten Abend auf dem Ferienlager in den 80ern? Einen der damaligen Sketche aufführen und die Beschenkten mit einbauen!
  • Und unser eins-zwei-oder-drei-Abend (für Erwachsene) vor einigen Jahren war doch echt ein Spaß, oder? Wieso nicht ein paar persönliche Quiz-Fragen über den Beschenkten ausdenken und schauen, wer ihn am besten kennt?
  • das hab ich für Atheisten im Internet gefunden:
    "Macht den Heiligabend 'zur Show' und aus eurem Wohnzimmer ein Varieté
    Stellt euch vor, ihr geht mit euren Verwandten an Heiligabend ins Theater und erlebt dort so allerhand. Jeder der Anwesenden muss sich etwas für seinen Part auf der Bühne überlegen. Natürlich wird vorher nicht verraten, was. So bleibt die Spannung erhalten. Und seit euch versichert, ein witzigeres, aufregenderes, spannenderes, verbindenderes Weihnachtsfest im Kreise ihrer Liebsten könnt ihr nicht erleben."
    Natürlich wirkt so ein Vorschlag, statt Geschenken eine Familienshow zu veranstalten erst einmal etwas komisch. Jeder wird glauben, der andere wird sich nicht an die Abmachung halten und letztendlich doch ein Geschenk für den anderen kaufen. Und dann steht man selbst am Ende dumm da. Wenn die Familie sich aber einmal durchgerungen hat, dieses Jahr einmal komplett auf Geschenke zu verzichten und sich dann tatsächlich jeder etwas für den Heiligen Abend ausgedacht hat, was er dem anderen vorführen möchte. Dann ist das Eis gebrochen. Und ihr werdet euren Heiligabend nie wieder anders verbringen wollen, denn eine Weihnachtsshow hat nur Vorteile.

Und was bringts?

  • mehr Umweltschutz geht nicht!
  • keine Produzenten unter Druck, keine unmenschlichen Arbeitsbedingungen (OK, Ansichtssache! =)
  • Keine schnöden Krawatten oder Parfums mehr, persönlichere Geschenke gibts nicht
  • Es macht riesigen Spaß.
  • 'Weihnachtsshow' hält länger als Geschenke auspacken: Ihr werdet viel länger damit beschäftigt sein, die Darbietungen der anderen anzusehen, als ein Geschenk auszupacken.
  • Man spart wahrscheinlich viel Geld.
  • Sich eine witzige Darbietung zu überlegen und vorzubereiten ist viel weniger Zeitaufwendig als sich für jeden in der Familie ein Geschenk auszudenken, es zu kaufen und einzupacken.
Ps: Das Foto stammt von der Wichtelauslosung 2009 mit Freunden. Dafür haben wir Zettelchen mit den Namen aller Wichtelkinder in Plastikkugeln verstaut und diese dann in einer alten Waschtrommel (in der übrigens noch meine Windeln gewaschen wurden) effektvoll gedreht.


Donnerstag, 23. September 2010

...(limbotief) flach machen macht schnell









"Tiroler Radlbuch - 80 Touren für die ganze Familie" - So heißt ein kürzlich erschienenes Buch von Brigitte Fitsch und Fritz Pellet. Und wir können es nur empfehlen!
Eilig haben wir uns heute Nachmittag unter den Föhnhimmel geworfen und sind anhand der 30. Tourenbeschreibung über Kematen und Rangen nach Inzing geradelt, wo wir liebe Freunde besuchten.
Beim Radfahren sind wir mittleweile ein unbestritten gutes Limbo-Team.
Wir gehen dabei sehr professionell vor. Ich werfe mich als Bollwerk gegen den Inntaler Wind und Bene (mit Sam im Anhänger) lässt sich im Windschatten ein wenig unterstützen. Dem Motto 'flach machen macht schnell' nach, gleichen die beiden einem Düsenjet.
Ja, da braucht man Flip'sche Oberschenkel (Mit Flip meine ich natürlich den Freund von Maya). Werde ich zu langsam, schiebt mich Bene wieder - wie bei echten Profis - ein Stück voran.

Vorteile:
  • Wir werden schlank
  • und was mich am meisten begeistert: Wir werden noch gesünder.

Denn endlich habe ich das Argument gefunden, das mich absolut vom Radfahren überzeugt und von dem kaum wer Bescheid weiß:
Niederländische Wissenschaftler haben die durchschnittlichen Schadstoffhöchstkonzentrationen gemessen, denen Radfahrer und Autofahrer ausgesetzt sind.
Ergebnis: Der Autofahrer ist 1,5- bis 6-fach höheren Konzentrationen ausgesetzt als ein Fußgänger oder Radfahrer auf der gleichen Strecke. Die Schadstoffbelastung der Innsbrucker Luft trifft uns heute nicht mehr mit voller Wucht, wie einst im Auto.

Grund hierfür ist, dass die Schadstoffe in der Außenluft sehr viel besser verdünnt werden, während sie sich im Inneren des Autos anreichern. Besonders hohe Konzentrationen treten im Fahrzeuginnenraum durch Stoffe auf, die auch aus dem Tank oder dem Motorraum durch Verdunsten freigesetzt werden – wie Benzol.
Damit das ganze auch für Sam gilt, heißt es mit offenem Verdeck fahren.

Am Rückweg hat uns dann zwar die Dunkelheit eingeholt... aber nicht die Radelmüdigkeit. Denn wir sind viel zu limbotief und superschnell.

Quelle: http://www.adfc.de/2224_1

Montag, 20. September 2010

...twisting by the pool

Einst wollten wir Sam unbedingt auch ein Bällebad kaufen. (Das sind luftgefüllte Kunststoffbälle in einem Planschbecken. Kennt jeder von IKEA)
Etwa hundert Euro hätte uns das auf Amazon gekostet. Wir haben den Plan aus Platzgründen versanden lassen.
Damit mein Kind aber auch mithalten kann - es soll ihn doch niemand auslachen, weil er kein Bällebad daheim hat - hab ich improvisiert und bin *klopf klopf* sehr stolz auf mich.
Wir sammlen Kastanien, jeden Tag. Irgendwohin muß ich ja auch schließlich meine muß-haben-sofort-Gier hinleiten, wenn ich nicht shoppen will.

Und wir sind begeistert. Sam hüpft am liebsten nur mit Windel rein und macht "Schneeengel" und abends, wenn keiner zuschaut hau ich mich auch gerne rein.

Und als ich heute im Ökotest las, dass alle aufblasbaren Planschbecken durchgefallen sind (zwei Produkte: 'ausreichend', neun Produkte: 'ungenügend'->beinhalten Phenol, Weichmacher, phosphororganische Verbindungen, Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, supergiftiges DBT und TBT) fühlte ich mich siegessicher. Denn unser Pool besteht aus einem Ring aus Kissen, auf den ich ein Spannleintuch gespannt habe.

Was bringts:
x keine giftigen Abfälle bei der Produktion
x keine Transporte, Großkonzerne, schlecht bezahlte Arbeiter
x kein Müll, wenn es mal weggeworfen wird (kompostierbar)
x echte Leidenschaft und Spaß und Raffgier beim Sammeln an der frischen Luft
x garantiert Phtalat- Weichmacher- und PVC-frei
x vielleicht wird aus einer Nuß ja noch ein Baum gepflanzt (so jetzt sind wir aber superöko heute)

Was kostets:
x ein paar Schrammen von den Steinchen mit denen mich die Eichkatzerln beworfen haben um mich zu verscheuchen.


Zum Abschied heute noch was zum Erschaudern:
Ökotest empfiehlt übrigens Planschbecken nicht mit dem Mund aufzublasen, denn es können Schadstoffe über die Mundschleimhaut direkt in den Körper gelangen und schreibt "Wie schon bei unserem vorigen Test sind auch die aktuellen Kinderplanschbecken ein Fall für den Sondermüll" (Juli 2009/Seite 52) mein Alternativevorschlag für Wasserpools: Metallschaffel

Freitag, 17. September 2010

... was macht man nur mit soo viel Geld?

Ja, wir werden reich - irgendwann, wenn das so weiter geht.
Sind wir bis neulich immer irgendwie so mit unserem Budget ausgekommen, bleibt jetzt jeden Monat ein klein wenig übrig. Sogar das ÖKOshopping geht dem Ende zu, nachdem wir viele LED-Lampen, Wassersparventile, Fahrradschlösser und Bohrhaken jetzt unser Eigen nennen.

Hauptgrund dafür ist, dass wir kein Auto mehr haben. Ich dachte, die allgemeine Annahme, dass ein Auto im Jahr 5000 Euro kostet gilt nicht für uns; wir fahren doch nur ein kleines 'Zwutschgi'. Sorry, Bene, aber mehr war es nicht.
Dann habe ich nachgerechnet und komme auf folgende Bilanz:

Vignette 74 €/Jahr
ÖAMTC 90 €/Jahr
Versicherung 600 €/Jahr
Service 300 € /Jahr
Parkplatz 840 €/Jahr
Benzin 1200 €/Jahr
Wertverlust 1000€/Jahr
Strafen, Unfallschäden (rückwärts gegen Betonsäule gefahren), Schneeketten, Dachträger, Anhängerkupplung,... ~ 500 €/Jahr

Summe für ein Mini-Auto pro Jahr: 4.604 €/Jahr

Das heißt, wir hätten uns in den letzten sechs Jahren 27.624 Euro ersparen können. Mit diesem Geld hätten wir uns 1,5 Jahre unbezahlten Urlaub nehmen können.

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Trauerminute
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Weiters fallen viele andere Dinge weg, die wir ansonsten teuer gekauft haben. Danchlor, WC-Reiniger, Allzweckreiniger, Herdplattenreiniger, Fenstereiniger, Alufolie (für Bene), Klarsichtfolie (für mich), Biomüllsackerln, Müllsackerln, mir-is-so-fad-ich-kauf-mir-jetzt-was-Sachen (billige Zeitschriften, lustige Eiswürfelformen, Badewannenthermometer, antibakterielle Müllbeutel) , Aufstell-Aufhäng-Krimskrams den eh keiner braucht, Kleidung (ich bin jetzt Secondhandkunde), Kauf-fünf-zahl-vier-iss-drei-wirf-zwei-weg-Sachen, modische Wohnungseinrichtungsgegenstände, Kosmetiktücher und viele unnütze Kosmetikartikel wie Haarspray, Cremebad Nr.4, usw.

Nur was macht man mit so viel Geld?

Am besten wir legen es umweltfreundlich an. (Ja, sowas haben sogar schon große Banken im Angebot)
Und dann setzten wir mal ein Jahr lang aus und fahren mit dem Rad so weit wie es unsere Beine zulassen.

Und weil die Pfadfinder mir immer sagen ich solle jeden Tag eine gute Tat tun, erzähl ich euch Folgendes:
Es gibt eine Organisation, die es mir angetan hat. Die 'Aktion Regen' setzt sich ein für Familienplanung in Entwicklungsländern.
http://www.aktionregen.at/
Endlich eine Organisation, die das unterstützt, was im Buch 'Ismael' so dringend gefordert wird. Die menschliche Bevölkerung darf nicht weiterhin unbegrenzt wachsen. (Siehe http://www.breathingearth.net/ )
Eine natürliche Begrenzung wäre zum Beispiel, dass es einfach nicht genug zu Essen gibt. Im Buch 'Ismael' von Daniel Quinn wird beschrieben, dass Menschen die genug zu Essen haben, sich auch fortpflanzen. Je größer die Bevölkerung aber wird, umso größer wird auch der Hunger. Das nennt man heute 'chronischer Hunger'. Aber wer kann ertragen andere hungern zu sehen?
Vielleicht wird nur durch Empfängnisverhütung und Bildung der Frauen dem (leider sehr unspektakulären und für Medien uninteressanten) chronischen Hunger ein Riegel vorgeschoben. Die Aktion Regen kann da vielleicht ein wenig beitragen und ist eigentlich auch in die Kategorie Umweltschutz einzutragen. (Bitte nehmt mir das nicht übel, aber werden nicht so viele Menschen geboren, geht auch die Umweltverschmutzung zurück. Ich weiß, Menschen aus Entwicklungsländern tragen kaum was zur Verschmutzung bei. Aber nachdem allen Menschen gleich viele Rohstoffe zustehen sollten, steht ihnen auch eine äquivalente Verschmutzung vorerst mal zu.)


Ich bin begeistert von unseren Einsparungen. Ich sehe es als Herausforderung weiter unsere Ausgaben zu reduzieren.
Und dann ......irgendwo und wann.....
vielleicht an einem sonnigen Montag, oder einen verregneten Donnerstag, auf einem Radausflug oder an einem gemütlichen Abend in unserem Sommerwohnzimmer, werden wir beschließen, beide nur noch halbtags zu arbeiten. Welch ein Traum! Oder doch ein Weg?

Donnerstag, 16. September 2010

...Relativierung

Ok, ich gebe es zu, ich war neulich am Rande des Wahnsinns angelangt. Ich hatte eine
  • Meinungsverschiedenheit mit der Bio-Obst-Frau,
  • war durch 'Wassertragchaos' und
  • 'penibel-nicht-mit-dem-Lift-fahren',
  • 'peinlich-bedacht-keinen-einzigen-Tropfen-zu-verschwenden',
  • 'fünf-mal-an-einem-Tag-in-den-Regen-gekommen'
  • 'keine-Ideen-wie-noch-mehr-Vielfalt-ins-Essen-zu-bringen-wäre'

einfach überlastet.

Ich hab geheult und wollte einfach alles über Bord werfen, wie bei einer Fressattacke nach einer Null-Diät.
Zu viele Details haben den Blick aufs Ganze verstellt. All die Abende die ich auf der Suche nach Zahnseide in der Glas- und nicht in der Plastikverpackung war, oder nach Holzzahnbürsten mit FSC-Abzeichen.
  • Jeder Tropfen Wasser, den ich aufgefangen und umgebechert hab, war zwar nicht sinnlos aber übertrieben. Vor allem nachdem Folgendes klar wurde:
    Ja, Bernie, du hast recht! Das Innsbrucker Wasser muß weder aufbereitet, noch in die Höhe gepumpt werden. Es rinnt einfach durch, ist einfach da. Es entstehen somit fast keine Belastungen für die Umwelt. Natürlich muß es durch die Kläranlage. (Diese Informationen bekam ich erst nach zahlreichen e-mails. Zuerst schrieb ich öfters an die IKB, die nie geantwortet hat. Dann versuchte ich es beim Land Tirol, das erst spät und recht harsch -so sind die Tiroler halt- geantwortet hat.)
    Natürlich werden wir weiterhin auch Kaltwasser sparen, aber nicht mehr so pedantisch. Einmal Baden in Innsbruck (mit Kaltwasser versteht sich) ist nicht so eine massive Belastung wie eine Tasse Kaffee. Kaffee wächst nur auf wenigen Breitengraden dieser Erde und meist in Gebieten, in denen das Wasser eh schon recht knapp ist. Für eine Tasse Kaffee benötigt man 136 Liter Wasser in der Herstellung.
    Wer mich kennt, sagt jetzt "sooo billig", denn er weiß ich mag Kaffee nicht. Aber solche umweltfreundlichen Geschmacksnerven zählen doch auch als umweltschützendes Element, oder? ;-)

Und nachdem ich mich den ganzen Tag in Selbstmittleid gesuhlt hab, wurde abends ein Kurswechsel beschlossen:

  • Wir fahren zukünftig auch ab und an mit anderen im Auto mit ohne von miesem Gewissen gepeinigt zu werden.
  • Es muß nicht immer Bio sein, da ist mein Beharren auf freundliche Verkäufer zu wichtig.
  • Ich esse 'Merci', auch wenn sie in tausend Papierln gepackt sind. Bitte schenkt mir aus gesundheitlichen Gründen trotzdem keine mehr, zumindest nicht in den Massen in denen ich sie verdrücken kann.
  • Ich mag nicht ohne Musik sein. Mit Musik - auch wenn sie nur schnöd aus dem elektro-Ding rauskommt und Energie verpufft - geht alles einfacher.
  • Ich trage keine Kinderwägen mehr in Treppenhäusern runter, wenn nebenan ein Lift wartet, nur weil es ein Prinzip gibt.
  • Ich esse im Restaurant was mir passt. Und wenn ich Reis mag, gibts Reis.

Das macht wieder Platz im Kopf und im Alltag für neue, spannende operation-limbo-Maßnahmen, die die Latte noch viel tiefer Legen können.

Zum Beispiel: Was tun wir bloß mit soo viel Geld?



Donnerstag, 9. September 2010

...rote Zahlen

[Vroni]

Ich dachte ich hätte noch ein paar Tage Zeit. Aber ich bin zu spät. Der Earth Overshoot Day war heuer am 21. August.

Jedes Jahr produziert die Erde eine bestimmte Anzahl von natürlichen Rohstoffen. Die Menschen dieser Erde verbrauchen die selbe Menge in viel kürzerer Zeit. Der Zeitpunkt, ab dem wir "überziehen", war heuer am 21. August. Seit dem leben wir "auf Pump". Zur Zeit braucht die Erde also ein Jahr und fünf Monate um wieder herzustellen, was wir in einem Jahr verbrauchen.
1986 wurde zum ersten Mal mehr verbraucht, als nachwächst. Damals war der Earth Overshoot Day am 31. Dezember.

Gut nachzulesen auf folgender Seite:
http://www.footprintnetwork.org/en/index.php/GFN/page/earth_overshoot_day

Es klappt nur, wenn wir mit dem Konsum runterfahren und das 'One Planet Living - Konzept' umsetzen. Es weist uns an, unser Leben so einrichten, dass wir innerhalb der ökologischen Grenzen dieses Planeten leben.
Annie Leonard schreibt dazu: "Wir müssen den Kurs ändern. Beginnen wir damit, dass wir die grundsätzliche Annahme in Frage stellen, Produktion und Konsum seien der zentrale Zweck und Motor unserer Wirtschaft. Wir müssen endlich verstehen, dass der Drang zum Überkonsum werder in der menschlichen Natur liegt noch unser Geburtsrecht ist. Wir müssen protestieren, wenn wir als "Verbrauchernation" dargestellt werden - wir sind individuell und kollektiv so viel mehr als Konsumenten."

Hier hab ich mir ein paar Vorschläge, die viiiiel mehr glücklich machen als Ressourcen zu verbrauchen:

  • weniger Arbeiten
  • Pilotenspiel auf einer Wiese
  • deine Oma/Mama hat dir einst tolle Einschlafgeschichten vorgelesen? Revanchier dich mit einer einer Kurzgeschichte im Gepäck, die zwar unterhaltsam, aber natürlich nicht so aufregend ist, dass sie einer alten Dame womöglich die Nachtruhe raubt
  • mal ein Wochenende mit Freuden Wohnung und Kinder tauschen.
  • im Café sitzen und zusammen mit mir Apfelminze-Wasser (in Tirol hergestellt) schlürfen und über Baumwollsackerldesign diskutieren
  • Im Café sitzen und mit anderen Freunden Apfelminze-Wasser schlürfen und über Baumwollsackerldesign diskutieren
  • einen Nachmittag lang Tourist spielen, Einheimische durch langsames flanieren nerven und Kulturerbe oder unbekannte Viertel und Straßen entdecken
  • mal wie im Film mit Lippenstift ein Herz um sein Spiegelbild malen
  • mit Freunden DVDs/Klamotten/Bücher/Kinder tauschen und sagte ich schon:??
  • weniger arbeiten

Mittwoch, 8. September 2010

...Monatsbilanz 02 - August

[Vroni]

Fazit des Monats August:
Je mehr wir erreichen oder umsetzten umso mehr sehen wir von dem riesigen Berg an Dingen die noch zu tun sind.

Ja, wir pendeln hin und her;
zwischen Berichten über Chemiekatastrophen der letzten Jahrzehnte mit tausenden Toten und Kräutertrocknung für meinen Tee;
zwischen schrecklichem Reportagen über "ehrenamtliche" Kinderarbeit in China (um zu Spitzenzeiten wie Weihnachten den Bedarf an Disney-Spielzeugen zu decken) und Ameisenärgern (Um die Ameisen in meinen Kräutern zu verjagen, verstelle ich die Töpfe regelmäßig. Ameisen hassen es, wenn ihre Wohnung dauernd wo anders steht. So brauche ich kein Insektenschutzmittel.)

Ja, ich fühle mich selbst wie eine Ameise mit einer selbstgebauten Steinschleuder, die ziemlich dilettantisch Körnchen in die Richtung schießt, aus der der Traktor mit dem Insektenschutzmittelsprüher kommen soll, der alles Leben in meiner Welt zerstören kann.

Folgendes haben wir diesen Monat trotzdem erreicht:

  • Das verkaufte Auto wurde überstellt.
  • Der Autoabstellplatz wurde zu einer Fahrradplattform umgestaltet und mit ausgezeichneten Schlössern und Bohrhaken versehen.
  • Nur wenn es wirklich notwendig ist fahren wir mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Dabei ziehe ich die Straßenbahn den Bussen vor, da sie weitaus umweltfreundlicher fahren.
  • Ich benutze den Lift nur noch, wenn ich mit Sam einkaufen war und über und über bepackt bin (was noch verhältnismäßig oft der Fall ist). Sobald Sam selbst Treppen steigen kann, ändert sich das auch noch)
  • An alle Wasserhähne wurden Wassersparhähne montiert
  • Unser Warmwasserbedarf ist um 50% gesunken
  • Unser Kaltwasserbedarf ist um 35% gesunken
  • Ich drehe den Warmwasserhahn nur noch auf, wenn ich längere Zeit warmes Wasser brauche. Ich bin überzeugt, dass diese Gewohnheit sehr viel Warmwasser sparen kann.
  • Alle Lampen wurden getauscht. Wir verwenden nur noch LED-Lampen und einige Energiesparlampen. Außerdem besitzen wir eine schöne, solarbetriebene Taschenlampe. Danke an Hauke und Dorli für das wirklich tolle Geschenk!
  • Wir haben das "Einrexen" erlernt und sind ganz gierig darauf alles was uns unter den Nagel kommt einzukochen für den Winter.
  • Wir haben begonnen Unternehmen anzuschreiben, die unserer Meinung ihre Produkte umweltfreundlicher gestalten könnten.
  • Ich sondiere den Innsbrucker secondhand-Markt
  • Wir sind wieder Mitglied bei der Innsbrucker Stadtbücherei. Übrigens die meisten Bücher die wir empfehlen gibt es auch dort auszuleihen. (z.B. das Buch Plastik Planet)
Vielleicht war die Erkenntnis des Monats August, dass es nur mit Verzicht nicht zu schaffen ist. Nur Konsumeinschränkung, wie sie mir gefällt wird nicht reichen. Oder kann mir wer sagen wie ich 6,853 Milliarden Menschen klar machen soll, dass sie doch bitte ein Baumwollsackerl zum Einkaufen mitnehmen sollen? Und dann bitte nur wirklich einkaufen wenn es nötig ist.

Natürlich werden wir hier weitermachen. Das Ziel ist NULL.

Aber um wirklich etwas zu erreichen, wird es nötig sein Politk und Wirtschaft aufzufordern etwas zu verändern. Das klappt natürlich am besser gemeinsam, am besten in einer Organisation. Ich werde euch bald verraten wo man was beitragen kann, wenn man Lust und Zeit hat.

Bis dahin schieße ich weiter Körnchen 'gen Himmel und ärger Ameisen.

Freitag, 27. August 2010

...alles ganz und gar im Fluß

Natürlich haben wir begonnen Wasser zu sparen.
Schon seit Jahren versuche ich wenig zu verbrauchen, aber aus Sicht der Operation Limbo ist es eine wischelwaschelnasse Katastrophe.
Also haben wir gleich Wassersparventile an zwei Wasserhähnen montiert und den Duschkopf ausgetauscht. (Es war nicht leicht einen guten, wassersparenden Duschkopf zu finden. Bei nur einem Duschkopf im Hagebau war der Wasserdurchfluß pro Minute angegeben. Folglich haben wir wieder übers Internet bestellt.) Die Wassersparventile sind wirklich empfehlenswert. Man bemerkt den Unterschied kaum. Die Dusche ist gewöhnungsbedürftig, aber voll OK.

Ich versuche viel Wasser doppelt zu verwenden. Das Wasser vom Kartoffel putzen, Salat waschen und Kartoffel kochen verwende ich zum Bäume gießen.
Badewasser verwenden wir um die WC-Spülung so häufig wie möglich zu ersetzen. Das ist wirklich gerechtfertigt, da der durchschnittliche Haushalt ein Drittel seines Trinkwassers auf nimmer Wiedersehen ins Klo spült.
Außerdem verwende ich häufiger Kaltwasser. Jeder kennt das: Der Mund schäumt vom Zähne putzen. Man dreht den Warmwasserhahn auf. Spült den Mund, wäscht sich die Hände, wäscht sich das Gesicht, wäscht zum Schluß die Kontaktlinsen und das Wasser ist immer noch lau. Das aufgeheizte Warmwasser kühlt ungebraucht im Hahn wieder aus. Wozu also nicht gleich kalt waschen?

Das erste Ergebnis ist erfreulich:
Wir konnten unseren Warmwasserbedarf halbieren auf 32 Liter pro Tag. (-50%)
Der Kaltwasserbedarf sank von 170 auf 110 Liter pro Tag. (-35 %)

Und als ich mich nach dem Wasserkübeltragen an den Computer setzte und beim WWF so rumstöberte schlug die Wahrheit mit einem Vorschlaghammer zu:

Ich las, dass der durchschnittliche Deutsche am Tag etwa 126 Liter Wasser im Haushalt benötigt.


....PLUS 5284 Liter Wasser durch den Konsum von Gütern des täglichen Bedarfs.
Virtuelles Wasser nennt sich dieses indirekt verbrauchte Wasser. Der Begriff wurde 1993 von dem britischen Geographen Tony Allan geprägt. Allan berechnete den Wasserverbrauch, der durch die Produktion, Lagerung und den Transport verschiedener Konsumgüter entsteht und machte so erstmals transparent, wie viel Wasser in den Produkten steckt, die der Endverbraucher konsumiert.

An ein paar Beispielen interessiert?

  • 1 Stück DIN A4 Blatt verbraucht in seiner Herstellung 10 Liter Wasser
  • 1 Tasser Kaffe -> 140 Liter Wasser
  • 1 Jeans -> 6.000 Liter Wasser
  • 1kg Reis 3000-5000 Liter Wasser
    Zwei Drittel des in Europa produzierten Reises werden in Italien angebaut. Die Anbauflächen befinden sich vor allem im Po-Becken, der am intensivsten landwirtschaftlich genutzten Ebene des Landes mit umfangreichen Umweltproblemen von Dürreereignissen bis zum Salzeintrag vom Meereswasser.
  • Im Vegleich dazu verbraucht die Produktion von einem Kilo Kartoffeln nur 133 Liter Wasser.
  • 1kg Rindfleisch verbraucht 16726 Liter Wasser. (125 mal so viel wie ein Kilogramm Kartoffeln) Nur 20 Kilo Rindfleisch lassen so viel Wasser verfließen wie für die gesamte Produktion eines Mittelklassewagens benötigt wird. (was nicht heißen soll 'kauft mehr Autos' ;-)
  • 1 Liter Milch ->1000 Liter Wasser
  • 1 Baumwoll T-Shirt -> 2000 Liter Wasser
  • 1 Tomate aus Spanien -> 13 Liter Wasser
  • 1 Hamburger -> 2400 Liter Wasser
  • 1 Alu-Dose ->40 Liter Wasser
  • 1 Packung Kartoffelchips -> 185 Liter Wasser

Ich werde trotzdem mit Badewasser klospülen, auch wenn es nur ein Tropfen auf den heißen Klostein sein wird. Umso wichtiger wird für uns aber der Verzicht auf all den Schnickschnack, den doch niemand braucht. Ich möchte nochmal auf das tolle Video 'The story of stuff' aufmerksam machen! http://www.storyofstuff.com/ Sehenswert!

Und Kartoffeln stehen jetzt ganz oben auf der Einkaufsliste.

Als Tony Allan vor einigen Jahren den hochdotierten Stockholmer Wasserpreis für die Entwicklung des Konzepts vom Virtuellen Wasser verliehen bekam, beschränkte er seinen Kommentar dazu auf die Worte: „Seid vernünftig, esst weniger Fleisch!“

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Und was bringts?

Verzicht auf Produkte wie Kaffee, Soja und Reis aus fernen Ländern - wir essen statt dessen mehr Kartoffeln

  • Wir beanspruchen nicht Gebiete anderer Völker um unser Wachstum und unseren maßlosen Verbrauch aufrecht zu erhalten. Ein Blick auf die Erzeugerländer zeigt, dass diese meist über sehr kleine Wasserressourcen verfügen und so durch den Anbau ihren Natur- und Wasserhaushalt belasten.
  • Kartoffeln kauft man bei der netten Gemüsefrau aus der Markhalle, die Sam schon gut kennt und die mir immer so viele Zwetschken schenkt und mit der so gut zu Plaudern ist.
  • diese Kartoffeln sind nicht weit gereist und ich denke ich kann den Produzenten vertrauen, dass sie keine/sehr wenige Pestizide verwenden.
  • Kartoffelsäcke schleppen macht schlank
  • jedes Wasser das wir verbrauchen und verschmutzen, steht anderen Lebewesen nicht zur Verfügung. Ohne ein artenreiches Umfeld schwinden auch die Chancen des Menschen zu überleben.

WC spülen mit Badewasser, technische Wassersparaufsätze, ...

  • ein gutes Gefühl, Muckies und Sixpack inkludiert
  • jeder Liter Trinkwasser muß vor seinem Gebrauch aufbereitet werden (auch Wasser aus dem saubersten See) . Der Transport mit elektrischen Pumpen ist sehr energieaufwändig. Dann muß natürlich jeder Tropfen wieder gereinigt werden. Mit dieser Energie könnte man doch lieber tolle Freilichtkinos in der Stadt betreiben, oder Livekonzerte veranstalten, oder riesige Hüpfburgen aufblasen oder... wem fällt noch was wirklich Coooles ein?
  • Das nette Eichhörnchen aus Mühlau, das Sam so entzückte, wird dankbar sein, das es in einer Quelle schlabbern darf, die noch nicht eingefasst wurde.


Quellen:
http://www.geo.de/GEO/mensch/64104.html?p=1
http://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/pdf_neu/wwf_studie_wasserfussabdruck.pdf
http://de.wikipedia.org/wiki/Virtuelles_Wasser

28. Septemer 2010
Nachtrag: Heute weiß ich, dass nicht jedes Wasser aufbereitet werden muß. Zum Glück ist das Wasser das Innsburck bezieht so sauber, dass es nicht aufbereitet werden muß. So etwas kommt aber sehr selten vor.

Donnerstag, 26. August 2010

...ein bisschen Liebe, ein bisschen Frieden

Ich habe mir Sorgen gemacht, ob denn der Titel unseres Projekts genau das Gegenteil vermittelt, von dem was uns wiederfährt.

Denn 'how low can you go?' klingt nach quälenden Verzicht, finanzieller Einschränkung und Behinderung. Es gibt keine Bananen mehr, keinen schnellen Imbiss im 'Running Wok' um die Ecke. Keine Konsumräusche mehr. :/

Dabei sieht es bei uns ganz anders aus.
Wir gewinnen jeden Tag an Lebensqualität, an Verständnis dafür, wie wir Leben können, ohne unterbewußt/bewußt zu wissen, dass wir die Ressourcen dieser Erde mit Haut und Haaren verschlingen. Wir gewinnen langsam Zeit - die soo wertvoll ist.

Ich hatte die Limbostange vor Augen, die sich senkt und unsere Maßlosigkeit, aber auch unseren Lebensstandart senkt. Ganz vergessen hatte ich den Bereich überhalb der Stange, der anderes zu Tage bringt.
  • ...
  • eine halbwegs intakte Umwelt für alle weiteren Generationen
  • ein gutes Gewissen
  • weniger Hetze, mehr Gegenwart
  • ein Achtsamer Umgang mir Gebrauchsgegenständen
  • viel Zeit bei Busfahrten für Sam (im Auto hat man anderes zu tun)
  • eine bessere Figur vom Radfahren
  • die Einengung durch Sachzwänge lässt nach
  • weniger Reizüberflutung
  • mehr Geld bleibt übrig, da wir beschlossen haben, kaum einzukaufen
  • Lebensmittel bester Qualität, in der Nähe gewachsen
  • das Bewußtsein, unsere direkten Nachbarn bei ihrer achtsamen Produktion von Lebensmitteln zu unterstützen
  • fremde Völker in Ruhe zu lassen, anstatt sie auszubeuten
  • ...

ACHTUNG zum Abschluß gibts ein wenig Kitsch (ich liiiiebe Kitsch):

Kitsch Anfang!
Es gibt nicht nur traurige Hamsterräder und Teufelskreise. Es gibt auch positive Kreisläufe.

Ziel meines Bestrebens ist Frieden. Dieser beginnt bei mit selbst, indem ich bewußter werde. Er betrifft aber auch meine Nachbaren. Von ihnen beziehe ich meine Lebensmittel. Wir vertrauen einander. Mein Frieden mit anderen Völkern besteht darin, dass ich sie in Frieden so leben lasse, wie sie wollen. (Wer glaubt, dass man diesen Menschen etwas Gutes tut, indem man ihre Orangen, Bananen, Soja, ihr Öl... kauft, den lade ich gerne zu einem Dialog ein.) Das führt letztenendes zu einer Balance mit der Natur; mit der Artenvielfalt an Lebewesen, die die Grundlage des menschlichen Lebens ist. Kann ich all diese Bereiche bedienen, führt das für mich zu Frieden mit mir selbst.
Kitsch Ende!

Aus diesem Grund werde ich bei allen folgenden Beiträgen anfügen, wie wir von der jeweiligen Maßnahme profitieren, um es mir und euch nochmal bewußt zu machen. Eine tiefe Limbostange bringt viel Liiiiebe und Friiiieden oben drüber.

...Rrrrr - mit Zungenspitze oder Zäpfchen?

[Vroni]

Im Deutschen gibt es fünf verschiedene Möglichkeiten der Aussprache des R: Es kann mit der Zungenspitze oder dem Zäpfchen gerollt oder kurz angeschlagen sowie an diesem gerieben werden.

Das R begleitet uns derzeit wo wir stehn und radeln, Tag und Nacht (wo es dann eher zum Rrrr-Chhchh wird). Es leitet nämlich die Basisbaussteine unseres Projektes an.

R wie Recycle (das Zeug, das du nicht mehr brauchst)
R wie Rejigger (ordne deine Prioritäten neu an)
R wie Reuse (was sich wieder verwenden lässt)

und

R wie Reduce (das Zeug, das du brauchst)

Nachdem wir ein paar Kubikmeter Zeugs, Gedöns, Kramuri, Plunder, Firlefanz, Schnickschnack und Klimbim letzte Woche am Flohmarkt verkauft haben gehts uns deutlich besser.
Wie können wieder atmen in unserer Wohnung. Und nicht nur das. Wir fühlen uns wie im Urlaub! Wozu wegfahren, wenn die eigene Wohnung einer geräumigen Hotelsuite mit Spa-Bereich, kleiner Küche und Balkon im Zentrum Innsbrucks gleicht? Man braucht es sich nur vorstellen und schon gibts Urlaubsfeeling.
In den USA hat sich auch ein Trend dazu entwicklt. Er nennt sich '100 Thing Challenge' und fordert auf nicht mehr als 100 persönliche Dinge zu besitzen. Ich schätze, dass ich bestimmt 5.000 Gegenstände zuviel besitze.

also Rrrraus damit! Grrrrrrrrrr!

Natürlich geht es auch darum die Ansprüche herunter zu schrauben! Ja, wir leben maßlos! Viel zu maßlos.

Es gibt in der Markthalle bei den Bauern vorwiegend 4 Obstsorten zu kaufen. Marillen, Zwetschken, Äpfel und Birnen (sowie auch viele Beerensorten, aber das ist eine andere Geschichte).
Auf der Suche nach einem experimetierfreudigeren Bauern hab ich mich bei meiner Gemüsefrau erkundigt. Sie meinte, dass ihr da niemand einfalle. Kleinlaut sagte ich, dass eigentlich vier Sorten eh nicht wenige sind. Dazu meinte sie: "Also ich tät nie auf die Idee kommen mir eine Kiwi oder eine Ananas zu kaufen, wo wir doch so gute Zwetschken haben."
Da hat sie Recht.

Ich kann jedem empfehlen sich den Kurzfilm 'The story of stuff' anzusehen. Danke an Conny für den Tipp! http://www.storyofstuff.com/


Und vielleicht ein kleiner Blick in die 100 Thing Challenge: http://www.guynameddave.com/100-thing-challenge.html

Donnerstag, 19. August 2010

...als sich Luke neulich das Fell shampoonierte…

[Vroni]

..war ich nicht dabei. Ich habe ehrlich gesagt noch nie gesehen, dass sich eine Katze das Fell shampoonierte und dann noch einen Conditioner einmassiert hat. Aber auf das Ergebnis wäre ich schon gespannt. Wäre das Fell noch sauberer?
Ich weiß, (das habe ich gesehen) dass sich Katzen stundenlang das Fell putzen. Aber ich bin sicher, dass sie dafür nicht Waschnüsse mit den Zähnen knacken und sie dann im Maul aufzuschäumen. Nein es geht auch so, mit viel warmen Katzen-Speichel.

Nein, ich möchte natürlich auch nicht Lukes Speichel „melken“ um mich damit zu waschen. Eher geht es mir darum, dass ich im Tierreich noch keine auffälligen kosmetischen Maßnahmen gesehen habe. Ich habe noch kein Schwein mit Akne gesehen und kein Eichhörnchen mit fettigem Fell.

Nur wir Menschen brauchen Haarshampoo, am besten täglich. Brauchen wir das wirklich?
Schweiß ist wasserlöslich. Das ist klar. Nur was ist mit dem Fett?

Ich hab es oft im Internet gelesen. Von Menschen, die sich die Haare nur mit warmen Wasser waschen. Es dauert sechs Wochen, dann hat sich die Kopfhaut daran gewöhnt und produziert kaum mehr Fett. In dieser Zeit werden die Haare auf spezielle Art gebürstet.

Vielleicht ist es so ähnlich wie mit dem Labello-Syndrom. Verwendet man zu oft einen Lippenpflegestift, gewöhnt sich die Haut daran und reduziert selbst die Feuchtigkeitsproduktion und die Lippen werden noch trockener.
Einige Menschen mit fetter Haut haben mir schon erzählt, dass es am Besten geht, wenn sie ihr Gesicht nur mit Wasser waschen.

Und dann stand er eines Tages vor mir. Ein junger Mann (ein wenig älter als ich haha ;-), sehr freundlich und gepflegt und erzählt mir doch tatsächlich, dass er nie Haarshampoo verwendet. Ein Blick in sein überschulterlanges, gelocktes Haar ließ mich staunen – ganz normales Haar – so sauber wie frisch vom Friseur gewaschen!

Ob und wann ich mich über solche sechs Wochen drüber trauen soll, steht noch in den Sternen. Luke meint ’Ja’. Bene überlässt mir den Teil gerne. Und ich … ich seh mich noch mal um, ob es da nicht doch ein umweltfreundliches Zaubermittel gibt. Träumen darf man ja!

Mittwoch, 18. August 2010

...Von D nach E – wie schnell sind unsere Autos wirklich?

[Bene]
Ich habe dieses Rechenbeispiel vor langer Zeit einmal gelesen und versuche es hier so gut wie möglich wieder zu geben.
Die Faktoren, die ich dafür verwende sind:
Das staatliche Kilometergeld von 42 cent/km, ein angenommer Stundennettolohn von € 10,- und eine Durchschnittgeschwindigkeit des Autos von 40 km/h. Wer viel in der Stadt fährt wird diese 40 km/h nicht erreichen, wer viel Überland fährt wird sie überschreiten, jedensfalls sind 40 km/h glaube ich ein realistischer Mittelwert.

Ich gehe also davon aus, dass ich eine Stunde lang mit dem Auto fahre, in dieser Zeit lege ich 40 km zurück, entsprechend dem Kilometergeld kostet mich diese Stunde 40 x 0,42 € = 16,80 €. Um diese 16,80 € zu verdienen, muss ich 1,68 Stunden lang arbeiten. Ich fahre also eine Stunde mit dem Auto wofür ich 1,68 Stunden lang arbeiten muss, um eine Strecke von 40 Kilometern zurückzulegen.

Dementsprechend erreiche ich eine Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 15 km/h (40/2,68). Das ist so in etwa auch die Geschwindigkeit mit der ich mich mit dem Fahrrad bewege.
Ich finde das Beispiel auch deswegen sehr passend, da die Zahlen für den Durchschnittsbürger wohl so ziemlich hinkommen, wer viel mehr verdient und deshalb in der Regel besser abschneiden würde, gibt auch mehr für sein Auto aus, es ändert sich also nichts wesentlich. Schlußfolgerung, einzig wer viel verdient und einen billigen Gebrauchten fährt, bewegt sich mit dem Auto schneller als mit dem Fahrrad.

...Von C nach D – steht die Zukunft unter Strom?

[Bene]
Das Thema Elektromobilität ist zur Zeit omnipräsent. Wieder lohnt es sich einen genaueren Blick darauf zu werfen. Ich bin zwar kein Hellseher, aber ich denke von allen Alternativ-Antrieben hat der reine Elektromotor die besten Chancen gegen die Phalanx der Verbrennungsmotoren. Elektromotoren haben einfach einen besseren Wirkungsgrad. Die drei gößten Hemmnisse, die die Elektromobilität noch bewältigen muss, sind a) die Reichweite b) die Kosten und c) der Strommix. Bezüglich der Reichweite kann ich wieder nur jedem empfehlen, einmal sein eigenes Mobilitätsverhalten genauer zu betrachten. Wieviele Tage gibt es denn an denen man mehr als 200 km fährt? Ich für unseren Teil kann sagen, es waren nicht viele. Vielleicht muss sich ja nur ein bißchen unsere Einstellung ändern, oder würde heute noch jemand in die Apotheke gehen, um seinen Benzin zu kaufen, so war es nämlich um 1900 am Beginn des Zeitalters der Verbrennungsmotoren. Damals mussten die Autofahrer auch 40 Jahre auf die erste Tankstelle warten.

Den größten Vorteil der Elektromobilität sehe ich darin, dass wir unsere Mobilität endlich selber bestimmen können, unabhängig von OPEC & Co. Natürlich macht Elektromobilität nur Sinn, wenn entsprechend „sauberer“ Strom verwendet wird. Wir in Tirol leben hier in einer Oase der Seligen. Mit den derzeit gängigen Elektroautos würde ein Tiroler mit Strom der TIWAG gerade mal so viel CO2-Emissionen verursachen wie mit einem 1-Liter-Auto. Selbst wenn man dann immer nur alleine fährt, wären das gerade einmal 23 g/Personen-km.
Selbst in Deutschland wo die Stromproduktion 5-mal soviel CO2 verursacht, käme man mit der Durchschnittsbelegung von 1,2 Personen auf unter 100 g/Personen-km. Und jede neue Ökostromanlage verbessert diesen Wert automatisch, ohne dass jeder einzelne ein neues Auto anschaffen muss. Übrigens eine 20 – 30 m² große Photovoltaikanlage würde ausreichen, um den Strom für das eigene Elektroauto zu produzieren.
Bene

Montag, 16. August 2010

...Von B nach C – eine Lanze für die Öffis

[Bene]
Die Vorstellung wieder ohne Auto leben zu müssen, hat mich zu Beginn schon sehr verschreckt. Schließlich hatte ich jetzt gerade mal knapp 6 Jahre lang ein eigenes Auto und die Erinnerung an die Zeit davor als ich noch Schitouren mit den Öffis unternommen habe, ist noch frisch. Nach Beendigung der Schitour drei Stunden lang auf den Bus warten, ist schon hart, na ja zumindest war ein Gasthaus in der Nähe. Jedenfalls sind wir jetzt seit 2 Monaten quasi nur mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs und bis dato kann ich noch keine Einschränkung unserer Lebensqualität erkennen, eher das Gegenteil ist der Fall. Obwohl Samuel eigentlich nie ein Problem mit dem Autofahren hatte, gab es auch Fahrten bei denen er nicht zu beruhigen war. Im Bus hatten wir eigentlich noch nie ein Problem, wir können uns viel mehr mit Samuel beschäftigen und meistens flirtet er während der Fahrt mit anderen Fahrgästen, bevorzugt natürlich mit Frauen.
Im Zuge der Operation Limbo wird natürlich auch der öffentliche Verkehr einer strengen Prüfung unterzogen. Die beste Studie die ich gefunden habe, stammt leider noch aus dem Jahr 2001 vom Institut für Energie- und Umweltforschung in Heidelberg (www.ifeu.de), ich gehe aber mal davon aus, dass sich die Proportionen nicht allzusehr verschoben haben. Entscheidend ist der CO2-Ausstoß in g/Personen-kilometer. Laut Studie lag dieser Wert im Privatverkehr bei ca. 200 g/Personen-km für Diesel-PKW und bei ca. 230 g/ Personen-km für Benziner (Auslastung ca. 1,2 Personen pro Fahrzeug). Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) lag mit Bussen bei ca. 80 g/Personen-km (Auslastung ca. 20%).
Jetzt kann einmal jeder bei sich selber nachrechnen. Bei der Verbrennung von 1 Liter Benzin werden 2,37 kg CO2 in die Atmosphäre gepustet (bei Diesel sind´s 2,65 kg/l). Wenn ich großzügig mit meinem alten Auto bin, haben wir ca. 7,5 Liter auf 100 km verbraucht (es waren zwar im Schnitt eher 8, aber ich hab mir immer 7,5 eingeredet). Bei einer Jahresfahrleistung von ca. 12000 km haben wir dementsprechend ca. 900 Liter Benzin verbrannt und dabei 2,13 Tonnen CO2 emittiert. Wenn ich mal davon ausgehe, dass wir ca. die Hälfte der 12000 km gemeinsam gefahren sind und den Rest einer alleine, komme ich auf ca. 120 g CO2-Ausstoß/Personenkilometer.
Zugegeben die CO2-Werte für den ÖPNV sind nicht gerade überragend, trotzdem möchte ich hier eine Lanze für die Öffi´s brechen, den die Öffi´s fahren immer, egal ob einer allein drinnen sitzt oder 50. Eine Verdopplung der Auslastung bedeutet automatisch eine Halbierung der CO2-Emissionen/Personenkilometer.
Das Ziel lautet für uns also ganz klar, so viel mit dem Rad fahren und zu Fuß gehen wie möglich, alles andere mit öffentlichen Verkehrsmitteln und nur wenn es gar nicht anders geht mit einem Auto.

Sonntag, 15. August 2010

...Von A nach B – wo ist denn nur mein Sharing-Car?

[Bene]
Zugegeben wir leben an einem privilegierten Ort, der nächste Carsharing-Spot ist keine 10 Minuten entfernt. Diese Tatsache hat die Entscheidung, das Auto wegzugeben sicher wesentlich erleichtert, so ganz ohne Auto, so weit bin ich noch nicht. Dennoch lohnt es sich einen Blick auf unser Mobilitätsverhalten zu werfen. Ich nehme mal an die statistischen Daten dazu sind im Allgemeinen bekannt, damit will ich jetzt niemanden langweilen. Die Grundaussage ist immer die gleiche, die Wege die wir mit dem Auto zurücklegen sind zumeist sehr kurz und eigentlich steht das Auto mehr herum als das es fährt (wäre dem nicht so, hätten wir vermutlich nicht so ein massives Parkplatzproblem). Nur eins noch bevor ich mich der Mobilität im Zuge der Operation Limbo zuwende, der Verkehr ist einer der Hauptfaktoren, warum das „Umweltmusterland“ Österreich meilenweit am Kioto-Ziel vorbei schießt, und immer dran denken: Man steht nicht im Stau, man ist der Stau.

...wenn deine Waschmaschine zu dir sagt: "I hab nur gschaut"

[Vroni]
Die ersten Stomsparmaßnahmen sind fällig und wir sind baff.

Wir besitzen ein Stommessgerät, dass die IKB (Innsbrucker Kommunalbetriebe) einst verschenkt hatte. Es ist ein sonderbares Ding, denn das Erste was zu tun war: eine Batterie zu kaufen. Ja, das Strommessgerät ist batteriebetrieben.

Und gleich zum Shocker des Tages:
Unsere Waschmaschine benötigt auch Strom, wenn wir gar nicht waschen. Nämlich ganze 10W!

Nun durchhalten. Es gibt ein wenig Denksport:
Das Jahr hat 8760 Stunden.
Wir multiplizieren das mit den 10 gemessenen Watt.
Das bedeutet: Würden wir nie waschen, würden wir einfach so 87,6 kWh verbrauchen.
Jetzt ziehen wir die Zeit ab, die die Maschine in Betrieb ist:
8760h - 225h = 8535h. Das multiplizieren wir mit 10 Watt, dann ergibt das 85,4 kWh.
Wir verbrauchen also 85,4 kWh einfach so, weil die Maschine am Stromnetz hängt.
Nach umfangreichen Messungen wissen wir, dass wir im Jahr 121,5 kWh zum Waschen der Wäsche benötigen.
Das bedeutet ~ 60% der Energie, die die Maschine benötigt, wird wirklich gewaschen. ~40% der Energie sind reine Leerlaufverluste (Standby).
Wenn also deine Waschmaschine zu dir sagt: "I hab nur geschaut", dann glaub ihr kein Wort!

(Und übrigens, wenn ihr denkt, dass nur große Tiere viel fressen: Unsere Mini-Kaffeemaschine braucht ebenso 85 kWh im Jahr nur an 'Standby-Strom')

Nebenprodukte unserer Vermessung der Waschmaschinenwelt:
Kommando zurück bezüglich dem Schleudern! Mein erster Ansatz ist leider für die Katz'!
Die Wäsche mit weniger Umdrehungen zu schleudern bringt fast gar nichts.
Aussagekräftig sind folgende zwei Punkte:
  • die Temperatur: eine 60-Grad Wäsche benötigt in unserem Fall wirklich doppelt so viel Energie wie eine 30-Grad Wäsche.
  • die Wahl des Programms ist entscheidend. Ich kann jedem empfehlen sich einmal die Bedienungsanleitung der Waschmaschine zu lesen. In unserem Fall benötigt zum Beispiel ein Pflegeleicht-Programm-Waschgang mit 60 Grad mehr Energie und Wasser als ein Kochprogramm-Waschgang mit 60 Grad.

Da steckt wirklich für alle, die etwas ändern wollen oder einfach nur Geld sparen viel Potential drin.

Liebe Lisa! Bezüglich deines Kommentars, wie voll man denn nun die Waschmaschine füllen soll, hab ich folgendes herausgefunden.

Am besten hält man sich an die Angaben der Hersteller. Zum Ersten, weil dann das Waschergebnis am Besten ist und statt dessen auf ein bisschen mehr Waschmittel verzichtet werden kann. Außerdem habe ich mich über Produktökobilanzen schlau gemacht. Für die meisten Elektrogeräte, kann man überschlagsmäßig sagen, dass die Herstellung des jeweiligen Geräts so viel Strom verbraucht, wie das Gerät in 10 Jahren durchschnittlichen Gebrauchs verbraucht. Kauft man zum Beispiel einen Computer, hat die Herstellung schon so viel Energie verschlungen, wie er in den nächsten 10 Jahren verbrauchen wird. (Hier ist Aufrüsten immer sinnvoller als neu kaufen). Wäre die Waschmaschine also wie der Installateur sagt früher kaputt, würde die Gesamt-Ökobilanz entsprechend schlecht ausfallen.

Also lieb sein mit der Maschine, aber bloss nicht über den Weg trauen!

Samstag, 14. August 2010

...Vögel retten ganz einfach

[Vroni]
Es wird geschätzt, dass in Europa jedes Jahr 95 Millionen Vögel verenden, weil sie gegen Glasscheiben fliegen. Das liegt nicht daran, dass die Vögel schlecht sehen. Polierte Fenster spiegeln die Umgebung so täuschend ähnlich, dass die Vögel den Unterschied zu spät oder gar nicht bemerken.
Schwarze Aufkleber in Greifvogel-Silhouetten-Optik helfen da gar nichts.
Es geht viel einfacher:
Das Fensterputzen mal verschieben. Wenn die Scheiben nicht ganz auf hochglanz poliert sind, reflektieren sie den UV-Anteil des Sonnenlichts nicht mehr und sind dadurch für Vögel besser zu erkennen.

Was bringts?
Schmutzige Scheiben sind kein fauxpas mehr, sondern sprechen von aktivem Umweltschutz!!
Sei trendy und beteilige dich am Füße hochlegen und Gutes tun! Wir sind dabei!



Quelle: '50 einfache Dinge die sie tun können, um die Welt zu retten und wie sie dabei Geld sparen' von Andreas Schlumberger

...Thema 2: Mobilität - ein Intro

[Vroni]
Für alle die schon früh morgens vor dem Aufstehen mobil sind gleich ein heißer Tipp:

Der HIV-Virus ist eine gefährliche Sache und Umweltverschmutzung auch. Hier können wir alle zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Denn es gibt jetzt für alle die sich lieb haben
CO2-freie Kondome namens Lümmeltüten.
Die Emmision der gesamten Produktion wird durch Klimaschutzprojekte ausgeglichen. Die Hälfte der Emmision wird kompensiert indem die die Fima Waldaktien kauft. Die andere Hälfte wird durch den Ankauf von Solarkochern für die Plantagenarbeiter und deren Familien 'wieder gut gemacht'. (Weitere Maßnahmen kann man in den Pressemitteilungen nachlesen.)
Außerdem ist es die weltweit erste Kondomserie aus fair-gehandeltem Natur-Latex.
Alle Produkte sind schadstofffrei und werden in Deutschland oder deren Nachbarländern hergestellt - nicht in China.
Hier der Link zu den Lümmeltüten: http://www.lebenslust.biz/
Da der Versand nach Österreich leider teuer ist, nehme ich Sammelbestellungen gerne vertaulich entgegen. ;-)

Donnerstag, 12. August 2010

...Achtung Anfänger!

[Vroni]
Als ich neulich meine Einmachgläser sortierte (ja, soo viele hab ich schon), irrte ein winziger Gedanke flink durch meine Kopf. Ich hätte ihn ja fast nicht bemerkt, als er sich plötzlich bleischwer über mein mein Gemüt legte und all meine anderen fleißigen, geschäftigen Gedanken an die Wand schmatzte.

Das Projekt Operation Limbo wird sich selbst auffressen!

In den letzten zwei Wochen war ich so beschäftigt Stofftüchlein zu waschen (und mir zu überlegen, wie sie wieder trocknen), zielgerichtet einzukaufen, Kochbücher zu wälzen und zu kochen, dass kein Moment übrig blieb um im Blog zu schreiben.

Aber vergleichen wir das Projekt mal mit einer Fahrschule. Da gibt es Wahnsinnige in Innsbrucks Straßen!
Sie irren ziellos umher ... fahren in der 30er-Zone mit Schrittgeschwindigkeit ... würgen zu Rushhour-Zeiten den Motor mitten auf der Kreuzung ab ... bremsen schon dann, wenn alte, gehbehinderte Damen noch nicht mal daran denken, dass sie in einigen Minuten (entspricht ca. 2,5m) den Zebrastreifen queren werden ... verstehen beim zulässigem Gesamtgewicht nur Bahnhof ... oder lassen beim Berganfahren die Kupplung zu einem Babypopo-glatten Rädchen abschleifen.

Ich irre in der Markhalle noch zum Teil ziellos umher ... muß ständig Mama anrufen, wegen 'Fremdwörtern' in Kochrezepten ... räume zum x-ten Mal die Küche um, weil alle Arbeitsabläufe anders sind ... schütte Grauwasser unorganisiert von Topf zu Kübel zu Topf zu Pflanzen ...(Wasser, welches nicht stark verschmutzt ist, verwenden wir zum Blumen gießen) ... und topfe Kräuter um, lerne was hier einfach nicht wachsen will, und was wir wöchentlich schlicht weg bis Grund und Boden verkochen, ohne der Pflanze jede Chance zu lassen.

Auch wenn es anfangs kompliziert war, die richtigen Einmachgläser in passender Anzahl für jedes Lebensmittel zu organisieren und dann auch dabei zu haben, machen wir das heute so nebenbei. Wir besitzen für jedes Getreide zwei Einmachgläser, ein großes und ein kleines. Wenn das große Getreideglas leer wird, schütte ich den Rest in das kleine Glas und gehe mit dem großen Glas einkaufen. Der Mann von der SENDUNG MIT DER MAUS würde sagen: "Klingt kompliziert, ist es aber gar nicht."

Speziell für Sam zu kochen ist mir anfangs schwer gefallen, denn es sollte abwechslungsreich sein, am besten dann gekocht werden, wenn er noch schläft, dann warm sein, wenn er hunger hat und ihm auch schmecken. Es ist uns geglückt, völlig ohne Fertignahrung. Hipp-Gläschen Ade!

Ich bin auch überrascht, dass wir mit ein klein wenig Planung, so gut wie nie etwas wegwerfen müssen. Ich stehe oft Minuten gedankenverloren vor einem alten Brot oder übriggebliebenen Zucchino oder dem restlichen Topfen. "So, was tut ich jetzt mit dir?" Und dann entstehen oft witzige und gut schmeckende Gerichte.

Vermutlich wäre es manchem Menschen lieber, wenn ich ein "ACHTUNG-ANFÄNGER-Schild" am Kopf montiert hätte.

Aber ihr werdet staunen wenn ich eines Tages mit einem sinnbildlichen Elektro(!)-Ferrari mal winkend an euch vorbeiziehe. Der Kochlöffel wird geschwungen, wie einst von Merlin. Und ein Blick in den Kühlschrank vermittelt mir 100 drei-Hauben-reife Kochideen.
Und wenn bald alles im Fluss ist, eilen wir einen Schritt weiter; zum Thema 2: Der Mobilität
Da wirds einfacher (Bene hat an dieser Stelle herzlich gelacht haha), denn Fahrräder brauchen wir nicht zu sortieren. Und mal sehen wohin uns unsere Füße diesen Sommer noch tragen.

Dienstag, 3. August 2010

...quer durch die Botanik

[Vroni]
Ja wir essen uns jetzt quer durch die Botanik und zurück.

Ich bin überrascht, was in Tirol so alles essbares wächst und gedeiht - und vor allem wann.

Erst jetzt gibt es langsam halbmehlige Erdäpfel zu kaufen. Bald gibts eendlich Erdäpfelpüree, Erdäpfelteig und Erdäpfelknödel.

Außerdem gibt es momentan keinen Spinat. In den Sommermonaten wird er in Tirol kaum angebaut, weil er nur "aufschießt" und "keine Blätter macht". (Lustig/Bedenklich dass es bei so manchem Händler gerade jetzt Spinat aus Tirol zu kaufen gibt.)

Dafür gibt es jetzt schon Kürbis! Ausgezeichneten Hokaido-Kürbis! (Ich musste versprechen, ihn nur mit Schale zu verkochen) Den gibt es deshalb schon jetzt, weil der Hagel ihn neulich leicht beschädigt hat. So ein Kürbis mit 'Depscher' hält nicht bis Jänner, deshalb wird er jetzt schon verkauft.

Ein Bauer aus Thauer baut neuerdings Artischoken an. So viel Pioniergeist muss gleich belohnt werden und so versuche ich draus was zu machen, was so aussieht wie das, was ich von der Pizza her kenne.

Montag, 2. August 2010

...und die Kosten?

[Vroni]
Was kostet das alles?
Nachdem diese Frage oft fällt, schreibe ich jetzt endlich ein Haushaltsbuch. (wie sich das für eine richtige Hausfrau gehört haha)

Zu aller erst: Es ist alles ganz anders, als alle vermuten.

Als wir begonnen hatten, in der Markthalle einzukaufen, waren wir höllisch unorganisiert. Ich habe eingepackt was mir gefiel und wo ich dachte, dass ich daraus vermutlich etwas kochen könnte. Ich habe viel Joghurt und Käse gekauft, damit immer was da ist, wenn die Gerichte nicht so schmecken, wie das Bild im Kochbuch es vermittelt. So wird das natürlich ein etwas teurer Spaß. Deshalb:

Feststellung 01: Je mehr etwas weiterverarbeitet wurde, umso teurer ist es. Der Käse und das Joghurt ist ausgezeichnet. Und ich liiiebe die Waren von "Franks Oliven". Aber all das ist einfach viel teurer, als beispielsweise ein Sack Gemüse. Ich mag diese Feststellung, denn es vermittelt mir, dass hier bei der Verarbeitung vermutlich alles eher mit rechten Dingen zu geht. Ein Joghurt aus dem Discounter um 35 Cent kann doch nicht so wertvoll sein, wie es mich die Werbung meinen lassen will.
Heute kaufen wir viel mehr Gemüse und Milch und kommen dabei günstig weg.

Feststellung 02: (*Es ist ja so logisch*) Da ich direkt beim Produzenten kaufe, lasse ich alle Zwischenhändler, alle Werbetreibenden, alle Verpackungshersteller, alle Frächter außen vor. Ein Maiskolben kostet beim Bauern 80 Cent. Beim Obsthändler Niederwieser kosten zwei mit-Plastik-verschweißte Kolben aus Italien 3 Euro. (Das ist der einzige Preis, den ich verglichen habe, für mehr war noch nicht Zeit. Wieviel sie im Supermarkt kosten, weiß ich leider nicht.) Ein großer Teil der 80 Cent landen bei dem, der mit dem Maiskolben am meisten Arbeit hatte - der Bauer/die Bäurin.

Feststellung 03: Wie es den meisten Frauen geht, fliegen mich die Kilos regelrecht an und lassen sich auch kaum vertreiben. Folglich war unser Kühlschrank stets mit Optiwell-Puddings, Schärdinger-Leichtsauerrahm, fettarmer Milch und ähnlichem zugekleistert. Wie ein Süchtler machte sich Panik breit bei dem Gedanken normale Milch zu trinken.
Hier kann man in etwa sagen: Je mehr Kalorien Grundnahrungsmittel vom Bauern haben, umso teurer sind sie auch.
Fleisch -> teuer,
Butter, Eier -> normalteuer,
Gemüse, Mehl, Milch -> Günstig.
Wir essen jetzt viel Gemüse. Wenn Bene sich einen Speck kauft, dann ist er teuer, ABER unglaublich schmackhaft (habe ich mir sagen lassen). Franks Schafskäse, der Beste weit und breit, ist teuer, deshalb gibt es eben nicht immer. Aber wenn, dann ist er unbeschreiblich gut.
Süßigkeiten gibt es als solche nicht mehr. Dafür kochen wir öfters Palatschinken oder Zwetschkenknödel und Grießbrei für Sam.

Was bringts: Wir erhalten ausgezeichnet gute Nahrungsmittel ins Haus. Und das zu einem guten Preis. Die Produzenten werden unterstützt. Wir sparen viel Verpackungsmüll. Und wegen dem Hüftspeck: einen Kilo hab ich abgenommen, ganz ohne Aufpassen. (Dafür hab ich im Moment wirklich keine Zeit:)

Für alle die es genauer wissen wollen:
Da ich erst am 1. August mit dem Haushaltsbuch begonnen habe, liegen keine wirklich aussagekräftigen Daten vor. Nur folgendes: Wir haben in einem 1/3 Monat ca. 180 Euro für Essen ausgegeben. Dabei inkludiert ist eine Einladung zum Brunch bei uns zu Hause für 11 Erwachsene und 5 Kinder. Wenn ich diesen Großeinkauf abziehe, bleiben ca. 90 Euro für uns drei übrig. Damit kann ich sehr gut leben.