Freitag, 22. Oktober 2010

...Öko-Täuschungen - Teil1: Waschnüsse

Ja, ich hab sie auch daheim: indische Waschnüsse. Aber ich werde keine mehr kaufen. Die Restlichen werde ich noch verwaschen, denn einen Baum setzten kann ich damit ja leider keinen mehr.

Indische Waschnüsse gelten als der Inbegriff ökologischen Waschens. Aber das stimmt so leider nicht mehr.

Die Nuss des Rithabaumes enthält einen seifenähnlichen Stoff. Nach dem Gebrauch können die Nüsse kompostiert werden.

Seit immer mehr Europäer und Amerikaner diese Nüsse kaufen, ist der Preis dieses Waschmitteln, mit dem in Indien traditionell gewaschen wird, so sehr gestiegen, dass sich die meisten Inder die Waschnüsse nicht mehr leisten können. Zwischen 2003 und 2008 hat sich der Preis in Indien für Waschnüsse versechsfacht. Deshalb verwenden die Inder das viel billigere und aggressive Waschpulver. Weil bewusste Konsumenten in Industrieländern die Waschnüsse entdeckt haben, werden auf der anderen Seite der Erde Chemiekeulen verwendet.

Ökotest hat die Waschnüsse in der Waschmaschine getestet und die Bewertung ergab ein "mangelhaft".

'Immerhin: Die von uns beauftragten Fachleute konnten keine schädlichen Inhaltsstoffe feststellen. Die Waschleistung aber war alles andere als überzeugend. Wir ließen Baumwolle bei 40, 60 und 95 Grad Celsius mit zehn verschiedenen haushaltsüblichen Verschmutzungen waschen. Die meisten Flecken waren noch erkennbar, teilweise sogar deutlich, bei 95 Grad waren die Ergebnisse nur minimal besser.'

Waschnussnutzer schwören aber meist auf ihre Art zu waschen.
Dass die Wäsche in der Maschine oft wirklich sauber wird, liegt aber an der reinigenden Wirkung von warmen Wasser. Braucht man die Nüsse also noch als psychologische Krücke?

An meine Haut lass ich nur Wasser und ein wenig Seife. ;-)
Aber bei meiner Wäsche vertrau ich auf warmes Wasser und ein klein bisschen kinderkackefeindliches, umweltfreundliches Waschmittel aus dem Bioladen.

Aber dann, wenn das mit dem Töpfchen funktioniert,
dann, wenn Grasflecken vom Fußballspielen nur selten in unserer Wäsche sind,
dann, wenn 'Trenzbarterlen' und Leibchen und Hosen nicht voller Sugo-Flecken sind,
dann, teste ich mal, ob man auch nur mit warmen Wasser waschen kann.


Quellen:
http://www.taz.de/1/zukunft/konsum/artikel/1/waschnuesse-mangel-durch-bio-boom/?src=TE&cHash=adf83ce283
'Ende der Märchenstunde' von Kathrin Hartmann, Seite 233
http://forum.oekotest.de/cgi-bin/YaBB.pl?num=1112360030

Kommentare:

  1. 8-(
    hab auch waschnüsse zu hause! (noch!) aber für die weisswäsche nehm ich immer das "frosch"waschmittel. werd nun wohl wieder ganz darauf umsteigen. danke für die infos!!!

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  2. Gerne!
    Je mehr ich in diesem Bereich mitbekomme, umso eher komme ich zum Schluß, dass Vermeidung und Einsparung oft die beste (manchmal gar einzige) Lösung ist.
    Und wenn man bis jetzt 'nur' mit Waschnüssen ausgekommen ist und die Angst, zu wenig Waschmittel zu verwenden aus dem Weg geräumt ist, kann man ja mal ungezwungen mit der Menge das Waschmittels experimentieren. (Ich bin oft noch zu feig. Vor allem wenn es um Windeln geht)

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  3. Sehr richtig erkannt. Das Thema hatten wir auch schon mal im Knauserer.
    Irgendjemand hat dann geschrieben, er/sie würden Rosskastanien ganz fein reiben und statt den Waschnüssen verwenden. Hab ich dann probiert - muss aber ganz fein gerieben werden und die Wäsche darf nicht richtig schmutzig sein - dann funktioniert das auch.

    Nebenbei - Superblog. Grüße aus Pill
    Michi

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  4. Hallo Michi!
    Sehr spannend euer Knauserer! Ich finde vor allem die Geschenksideen super. Eine tolle Inspiration für mich.
    'Richtig schmutzig' ist die ideale Bezeichnung unserer Wäsche. (viel radfahren die einen, viel Spaß bei 'Essen lernen' der andere hihi). Deshalb halte ich mir deinen Tipp sehr gerne für später mal auf. Bis dahin werden sicher noch einige Generationen von Kastanien von den Bäumen fallen, aber dann werde ich an deinen Tipp denken. Danke!

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