Es gibt tolle Botschaften, die einen einfach glücklich machen.
Sachen wie...
"Dein Haar ist so schön wie eine Herde Schafe die wallend eine Blumenwiese herabläuft" oder auch scheinbar banale Botschaften wie
"Klo is frei"
Unter den TOP 10 meiner Lieblingsbotschaften befindet sich folgendes:
"Die Post! Wir haben da was, was nicht in den Postkasten reinpasst. Welcher Stock?"
"Siiihihieben " träller ich dann immer elbengleich in die Gegensprechanlage.
So geschehen auch gestern.
Eine schnaufende, schwitzende Post-Ferialpraktikantin drückte mir eine schicke Kaffeedose in die Hand und polterte nach Luft japsend wieder die Treppe hinunter.
"Und mein Paket?... Aha!"
Ein verspätetes Geburtstagsgeschenk von Jacky!!... 'zu spät' ist kein Problem für mich, denn nach dem Geburtstag ist immer vor dem Geburtstag. (tragischerweise nur gültig bis zum letzten Geburtstag)
Die schicke Kaffeedose - die nicht als Einwegverpackung ihrem baldigen Ende als Dose entgegensah - wurde mittlerweile zur Schüttelbrotdose befördert. Nur was war drin?
Von einer Verwandten selbstgemachte Badeessenzherzen - völlig Konservierungsstofffrei - aus kontrolliert biologischem Anbau. Und der Hammer: Die Herzen waren in vier sauber geendelte Tücher verpackt, die allerdings zu Schneuztüchern degradiert werden. Also ein absolutes no-waste-just-good-taste-Geschenk. Ich bin begeistert.
Dazu hart in Konkurrenz stehen aber einige andere Geschenke, die mich sooo gefreut haben.
Zum Beispiel Connys Geschenk (Conny war meine erste regelmäßige Leserin und ich werde ihr immer dafür zu Dank verpflichtet sein =), das in einer tollen, teuren, aber dafür hoch angesehenen Schachtel verpackt war, die ich ständig für allerlei Krimskrams (zu deutsch: Gedöns) brauche.
Genial auch von Nina, dass sie mir das Geschenk in einem Babywaschlappen verpackte. Er ist bereits in den ewigen Baby-und-Vroni-Waschkreis integriert.
Der Limbo-Oskar geht diesen Monat an Reini der für mein Geschenk extra tausende Höhenmeter radelte um Bio-Disteln im Dickicht zu pflücken, wie einst Charles Darwin auf den Galapagos-Inseln Finken sammelte.
Wenn ich so denke, beginnt sich was zu tun. Danke an Julie für den tollen Hollersaft im Einmachglas. Und an Conny für den Apfelkuchen. Und auch an Lisa, mit der ich fast schon regelmäßig Bücher tausche, die wir uns immer im ein und selben Karton zuschicken. Sowie an Mama, die mich nicht nur mit allerlei Wissen um Kräuter bereichert, sondern auch um Einmachgläser und Leintücher und und und...
Ich hoffe, ich kann euch Umweltbotschaftern dann auch noch eine Botschaft schicken die glücklich machen soll:
"Ich hab euch lieb! Alle zusammen! Ihr seid GROSSARTIG"
Operation limbo ist die Dokumentation eines Versuchs innerhalb eines Jahres alle Gewohnheiten so zu verändern, sodass anschließend die Umweltbelastung durch unsere kleine Familie möglichst gering ist.
Donnerstag, 29. Juli 2010
Mittwoch, 28. Juli 2010
...über gute Freundschaft
In meinem dreißig Jahre andauernden Tun und Lassen habe ich gelernt, dass es zwei Ursachen dafür gibt, warum eine gute Freundschaft richtig den Bach runter gehen kann.
Die erste Ursache ist ein Vetrauensbruch. Wird das Vertrauen einmal zerstört, ist die Freundschaft - wenn sie noch existiert - nicht mehr die selbe.
Die zweite Ursache ist eine grundlegende Veränderung im Leben eines der beiden Freunde; deutlich zu bemerken, wenn einer der beiden Kinder bekommt. Oder wenn einer in eine andere Stadt zieht.
Oft fragte ich mich früher wohin denn all die Menschen verschwinden, die Kinder bekommen? Als würde ein neues Leben bedeuten, dass das ältere Leben einfach verschwindet. 'Neue Eltern' sind nicht mehr zu sehen und wenn, dann reden sie nur irres Zeugs.
Unterhaltungen mit ihnen sind mehr als holprig. ->"Ich finde, dieses Grundstück Finger weg von der Fernbedienung *greif* *kreisch* *kreischzurück* nicht passend ist um nein, pfui, das is gagga *heul* *Augenverdreh und hochnehm* unser Bauvorhaben entsprechend umzusetzen."
Oft führte ich eine Diskussion mit jemandem, der gleichzeitig mit einem jungen Löwen um sein Leben zu kämpfen schien.
-----
"Ich kenne dich nicht wieder." "Das bist nicht du." aus dem Mund einer Freundin hat mich zum Nachdenken gebracht. "Seit ihr das Projekt habt bist du so anders." hat mich überrascht, denn ich dachte nicht, das ich das bereits so sehr nach außen hin zeige. Eigentlich wollte ich doch nur beweisen, das man umweltfreundlich leben kann, ohne seine Lebensqualität erheblichst zu beeinträchtigen. Dass das Projekt mit einer Veränderung meiner Person so Hand in Hand geht, hätte ich nicht gerechnet; zumindest nicht jetzt schon. Klar, alles steht Kopf hier, aber ich bin doch noch ich, oder?
Gute Freundschaften halten solch einer Veränderung eine gewisse Zeit lang aus. Wenn der zweite Freund nach einigen Jahren auch Kinder bekommt, sind die Themen wieder die gleichen.
Mir wird jenen Tag mehr bewußt, dass der Schutz der Umwelt DAS Thema unserer Generation sein wird. Unsere Art rast einem Kollaps entgegen. Angesehene Forscher prognostizieren laufend Horrorszenarien:
Wann sind wir schlicht zu viele Menschen auf diesem Planeten? Wann kann man nicht mehr alle ernähren?
Wann sind die Meere endgültig tot? Der Golfstrom gebremst?
Wann ist die Umwelt so vergiftet, dass wir uns selbst jede Grundlage des Lebens nehmen?
Man hört es und verwechselt zu gerne wissenschaftlich fundierte Ergebnisse mit Untergangeszenarien von Gurus und unlauteren Zeitgenossen, die wir bereits mühelos überstanden haben. Ich glaube nicht, dass das hier "schon irgendwie gehen wird". "Unsere Kinder werdens scho richten." ist fahrlässig (wenn ich mir unsere Kinder so ansehe ;)
Wer keine Auto mehr hat, um die Umwelt zu schonen, interessiert sich nicht rasend für Luxus-Karibik-Urlaube. Und wer versucht, keinen Müll zu produzieren, dem vergeht der Spaß am Shoppen.
"Ich heiße Vroni und ich bin Umweltschützerin und mir macht shopping keinen Spaß mehr"
Ich weiß, dass so manche Freundschaft stark genug ist, um zumindest dieses Jahr der operation limbo durchzustehen. (Seht es wie ein 'Auslandsjahr' auf einem anderem Stern.)
Aber wer weiß, vielleicht sehen wir danach wieder in die gleiche Richtung, egal welche das sein mag. =) Ich bin jedenfalls optimistisch!
Die erste Ursache ist ein Vetrauensbruch. Wird das Vertrauen einmal zerstört, ist die Freundschaft - wenn sie noch existiert - nicht mehr die selbe.
Die zweite Ursache ist eine grundlegende Veränderung im Leben eines der beiden Freunde; deutlich zu bemerken, wenn einer der beiden Kinder bekommt. Oder wenn einer in eine andere Stadt zieht.
Oft fragte ich mich früher wohin denn all die Menschen verschwinden, die Kinder bekommen? Als würde ein neues Leben bedeuten, dass das ältere Leben einfach verschwindet. 'Neue Eltern' sind nicht mehr zu sehen und wenn, dann reden sie nur irres Zeugs.
Unterhaltungen mit ihnen sind mehr als holprig. ->"Ich finde, dieses Grundstück Finger weg von der Fernbedienung *greif* *kreisch* *kreischzurück* nicht passend ist um nein, pfui, das is gagga *heul* *Augenverdreh und hochnehm* unser Bauvorhaben entsprechend umzusetzen."
Oft führte ich eine Diskussion mit jemandem, der gleichzeitig mit einem jungen Löwen um sein Leben zu kämpfen schien.
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"Ich kenne dich nicht wieder." "Das bist nicht du." aus dem Mund einer Freundin hat mich zum Nachdenken gebracht. "Seit ihr das Projekt habt bist du so anders." hat mich überrascht, denn ich dachte nicht, das ich das bereits so sehr nach außen hin zeige. Eigentlich wollte ich doch nur beweisen, das man umweltfreundlich leben kann, ohne seine Lebensqualität erheblichst zu beeinträchtigen. Dass das Projekt mit einer Veränderung meiner Person so Hand in Hand geht, hätte ich nicht gerechnet; zumindest nicht jetzt schon. Klar, alles steht Kopf hier, aber ich bin doch noch ich, oder?
Gute Freundschaften halten solch einer Veränderung eine gewisse Zeit lang aus. Wenn der zweite Freund nach einigen Jahren auch Kinder bekommt, sind die Themen wieder die gleichen.
Mir wird jenen Tag mehr bewußt, dass der Schutz der Umwelt DAS Thema unserer Generation sein wird. Unsere Art rast einem Kollaps entgegen. Angesehene Forscher prognostizieren laufend Horrorszenarien:
Wann sind wir schlicht zu viele Menschen auf diesem Planeten? Wann kann man nicht mehr alle ernähren?
Wann sind die Meere endgültig tot? Der Golfstrom gebremst?
Wann ist die Umwelt so vergiftet, dass wir uns selbst jede Grundlage des Lebens nehmen?
Man hört es und verwechselt zu gerne wissenschaftlich fundierte Ergebnisse mit Untergangeszenarien von Gurus und unlauteren Zeitgenossen, die wir bereits mühelos überstanden haben. Ich glaube nicht, dass das hier "schon irgendwie gehen wird". "Unsere Kinder werdens scho richten." ist fahrlässig (wenn ich mir unsere Kinder so ansehe ;)
Wer keine Auto mehr hat, um die Umwelt zu schonen, interessiert sich nicht rasend für Luxus-Karibik-Urlaube. Und wer versucht, keinen Müll zu produzieren, dem vergeht der Spaß am Shoppen.
"Ich heiße Vroni und ich bin Umweltschützerin und mir macht shopping keinen Spaß mehr"
Ich weiß, dass so manche Freundschaft stark genug ist, um zumindest dieses Jahr der operation limbo durchzustehen. (Seht es wie ein 'Auslandsjahr' auf einem anderem Stern.)
Aber wer weiß, vielleicht sehen wir danach wieder in die gleiche Richtung, egal welche das sein mag. =) Ich bin jedenfalls optimistisch!
Donnerstag, 22. Juli 2010
...Stevia! Jetzt ist sie DAA!
Ich habe in Blättern gewühlt und Wurzeln sondiert, Gärtner gefragt und das Internet nach ihr durchsucht: nach Stevia!
Jetzt steht sie daheim auf dem Tisch, ohne Topf aber mit all meiner Bewunderung. (Ich kaufe nur ohne Topf, weil man sowieso umtopfen muss, und dann der Plastiktopf übrig bleibt)
Die Blätter dieser südamerikanische Staude enthält Steviolglycosiden, die sind 300 mal so süß wie Zucker, aber haben keine Kalorien. Man kann damit kochen und backen. Ich hab damit heute meine Joghurt gesüßt. Es ist die ideale Süße auch für Kinder. Sie macht nicht abhängig und fördert kein Karies.
Danke Lisa für den Tipp!! <3
http://www.freestevia.de/what/what.html
Übrigens: Die Kräuterfrau hat mir geraten keine Erde zu kaufen, sondern die Erde von Maulwurfshügeln zu nehmen. Die sei die Beste! Na das kommt mir ja sehr entgegen. Das mit dem eigenen Kompost in der Wohnung verschieb ich nämlich mal auf unbestimmte Zeit ;-)
Jetzt steht sie daheim auf dem Tisch, ohne Topf aber mit all meiner Bewunderung. (Ich kaufe nur ohne Topf, weil man sowieso umtopfen muss, und dann der Plastiktopf übrig bleibt)
Die Blätter dieser südamerikanische Staude enthält Steviolglycosiden, die sind 300 mal so süß wie Zucker, aber haben keine Kalorien. Man kann damit kochen und backen. Ich hab damit heute meine Joghurt gesüßt. Es ist die ideale Süße auch für Kinder. Sie macht nicht abhängig und fördert kein Karies.
Danke Lisa für den Tipp!! <3
http://www.freestevia.de/what/what.html
Übrigens: Die Kräuterfrau hat mir geraten keine Erde zu kaufen, sondern die Erde von Maulwurfshügeln zu nehmen. Die sei die Beste! Na das kommt mir ja sehr entgegen. Das mit dem eigenen Kompost in der Wohnung verschieb ich nämlich mal auf unbestimmte Zeit ;-)
...Müllnix-Windeln mit Folgen
Alle Babys produzieren gleich zu Beginn ihres Lebens zirka eine Tonne Müll an Wegwerfwindeln bis sie selbst die Toilette benützen können. Sagte ich alle? Nein, ein kleines Baby in Innsbruck verwendet Müllnix-Baumwollwindeln, die man waschen kann.
Ich habe einige geschenkt bekommen, die nur ein mal benutzt worden waren (ja ich habe meinen Hygiene-Neu-Wahnsinn überwunden) - zum Ausprobieren.
Folglich haben wir es getestet. Da Babys öfter in der Stunde in die Windel machen, waren diese aber immer schnell feucht. Die Müllnix-Windeln die ich habe, saugen einfach nicht so gut, wie eine Müllviel-Wegwerfwindel. Sam hat aber seit seiner Geburt eine sehr empfindliche Haut und es gab schnell Rötungen und Entzündungen. (Einst war ich überrascht, dass meine Mutter Cremen und Puder verwendete. Heute verstehe ich, warum meine Mutter überrascht war, dass man heutzutage kein Puder und keine Creme mehr verwendet.) Ich verstehe jetzt auch, warum Mütter von komplett windelfreien Babys (ja, das gibt es auch) schimpfen, dass man Kindern ihre eigene Toilette an den Körper bindet.
Folglich ließ ich ihn dann oft ohne Windel herumlaufen, damit sich die Haut erholen kann. Er maschiert am liebsten die Couch entlang und trommelt auf ihr herum. Unter der Couch wohnt aber auch unsere Katze Leiah. Sie betritt 'ihr Reich' immer an einer bestimmten Stelle indem sie mit ihrer Nase den Couchüberzug anhebt. Ich weiß das so genau, weil sie dort immer eine (für Allergiker) Überdosis an Haaren hinterlässt.
Genau dort, beschloß Sams Blase, dass das Zeug raus muß und er hat dort - um es obszön auszudrücken - hingepinkelt.
Folglich fand ich Leiahs Rache zwei Stunden später in unserem Bett, genau, an der Stelle, an der Sam mit seinem Kopf schläft. Ihre Blase ist ihr bereits Untertan und ich weiß genau, dass es ein verzweifelt-böswilliger Akt war.
Folglich saß ich vor der arbeitenden Waschmaschine. Sam - in eine Pampers gewickelt -starrte durch das Bullauge auf die sich drehende Bettwäsche. Ich weinte ein wenig, weil ich mir die Stoffwindeln doch so in den Kopf gesetzt hatte.
Folglich beschlossen wir, dass das einfach nichts ist für uns. Ich bewundere alle, die Müllnix-Baumwollwindeln verwenden!!! Weiter so!! Aber ich komme damit einfach noch nicht zurecht.
Folglich - wir dürfen ja nicht von unserem Weg abkommen - werden wir wieder Bio-Windeln verwenden. Die sind zu fast 100% kompostierbar. Leider darf man sie nicht in die Biomülltonne werfen, im Gegensatz zu Katzenstreu. Ich hab mir das wie folgt erklären lassen: Katzen setzten ihre Ausscheidungen in gutes Katzenstreu, welches schnell trocknet. Hier haben Bakterien nicht viele Chancen. Windeln bleiben lange nass, somit können Bakterienkulturen schnell wachsen. Diese lassen sich in der Kompostierungsanlage nicht zerstören. Deshalb sieht der Umweltreferent der Stadt Innsbruck es auch als bedenklich an, die Windeln privat zu kompostieren.
Folglich lassen wir uns damit micht abwimmeln. Wir werden Sam natürlich nicht eine Schaufel Katzenstreu in die Windel schütten. Ich werde einen Biologen und die Bio-Windel-Firma kontaktieren, ob es eine andere Lösung gibt.
Sam bleibt somit vorerst ein viel-Bio-Müll-Windel-tragendes Baby.
Vorerst! Denn das Operation-Limbo-Nix-Müll-Imperium schlägt zurück!
Ich habe einige geschenkt bekommen, die nur ein mal benutzt worden waren (ja ich habe meinen Hygiene-Neu-Wahnsinn überwunden) - zum Ausprobieren.
Folglich haben wir es getestet. Da Babys öfter in der Stunde in die Windel machen, waren diese aber immer schnell feucht. Die Müllnix-Windeln die ich habe, saugen einfach nicht so gut, wie eine Müllviel-Wegwerfwindel. Sam hat aber seit seiner Geburt eine sehr empfindliche Haut und es gab schnell Rötungen und Entzündungen. (Einst war ich überrascht, dass meine Mutter Cremen und Puder verwendete. Heute verstehe ich, warum meine Mutter überrascht war, dass man heutzutage kein Puder und keine Creme mehr verwendet.) Ich verstehe jetzt auch, warum Mütter von komplett windelfreien Babys (ja, das gibt es auch) schimpfen, dass man Kindern ihre eigene Toilette an den Körper bindet.
Folglich ließ ich ihn dann oft ohne Windel herumlaufen, damit sich die Haut erholen kann. Er maschiert am liebsten die Couch entlang und trommelt auf ihr herum. Unter der Couch wohnt aber auch unsere Katze Leiah. Sie betritt 'ihr Reich' immer an einer bestimmten Stelle indem sie mit ihrer Nase den Couchüberzug anhebt. Ich weiß das so genau, weil sie dort immer eine (für Allergiker) Überdosis an Haaren hinterlässt.
Genau dort, beschloß Sams Blase, dass das Zeug raus muß und er hat dort - um es obszön auszudrücken - hingepinkelt.
Folglich fand ich Leiahs Rache zwei Stunden später in unserem Bett, genau, an der Stelle, an der Sam mit seinem Kopf schläft. Ihre Blase ist ihr bereits Untertan und ich weiß genau, dass es ein verzweifelt-böswilliger Akt war.
Folglich saß ich vor der arbeitenden Waschmaschine. Sam - in eine Pampers gewickelt -starrte durch das Bullauge auf die sich drehende Bettwäsche. Ich weinte ein wenig, weil ich mir die Stoffwindeln doch so in den Kopf gesetzt hatte.
Folglich beschlossen wir, dass das einfach nichts ist für uns. Ich bewundere alle, die Müllnix-Baumwollwindeln verwenden!!! Weiter so!! Aber ich komme damit einfach noch nicht zurecht.
Folglich - wir dürfen ja nicht von unserem Weg abkommen - werden wir wieder Bio-Windeln verwenden. Die sind zu fast 100% kompostierbar. Leider darf man sie nicht in die Biomülltonne werfen, im Gegensatz zu Katzenstreu. Ich hab mir das wie folgt erklären lassen: Katzen setzten ihre Ausscheidungen in gutes Katzenstreu, welches schnell trocknet. Hier haben Bakterien nicht viele Chancen. Windeln bleiben lange nass, somit können Bakterienkulturen schnell wachsen. Diese lassen sich in der Kompostierungsanlage nicht zerstören. Deshalb sieht der Umweltreferent der Stadt Innsbruck es auch als bedenklich an, die Windeln privat zu kompostieren.
Folglich lassen wir uns damit micht abwimmeln. Wir werden Sam natürlich nicht eine Schaufel Katzenstreu in die Windel schütten. Ich werde einen Biologen und die Bio-Windel-Firma kontaktieren, ob es eine andere Lösung gibt.
Sam bleibt somit vorerst ein viel-Bio-Müll-Windel-tragendes Baby.
Vorerst! Denn das Operation-Limbo-Nix-Müll-Imperium schlägt zurück!
...es regnet den Alpenzoo
Letzten Samstag, als es in Innsbruck Hunde, Katzen, Elche, Braunbären und Wisentbullen regnete und es hagelte, saß ich im Restaurant Löwenhaus und feierte mit der Familie einen Geburtstag. Der Wind drückte ein wenig das Wasser zwischen den Fensterflügeln hindurch und wir staunten über die kräftigen Windböen.
Insgeheim grinste ich ein wenig schadenfreudig in mich hinein, denn wir waren zu Fuß da und mußten nicht wegen etwaigen Hagelschäden am Auto zittern. Ich fühlte mich bestätigt in dem was wir hier tun.
Als wir dann zu Hause ankamen, war der Keller bereits zwanzig Zentimeter überschwemmt. Im Wasser schwamm das Rattengift, das eben erst vom Hausmeister ausgelegt wurde, um den Nagern ein Schnippchen zu schlagen. Der Lift steckte im untersten Geschoß fest wie eine Saugglocke in einer verstopften Toilette.
Um in all dem Entsetzen doch etwas Positives zu sehen, beschloß ich, dass wir bald die nächsten Schritte setzten müssen: nämlich auf den Lift zu verzichten und im Keller Platz zu schaffen, für Eingekochtes. Aber eben dann erst; bald. Bis dahin bekamen wir einen Vorgeschmack aufs Schleppen und Stufen steigen.
Doch das ist ja alles Kinderkram für uns; vorerst.
Das WAHRE Entsetzten durchfuhr mich wie ein Blitz zwei Tage später als ich gut gelaunt in der Markthalle eintraf:
Die meisten Bauern waren gar nicht erst gekommen. Viele Felder waren vom Hagel verwüstet. Jeder Samstags noch schnell gerettete Salatkopf war bereits verkauft. Die Auswahl an Gemüse war traurig.
Das beschert mir eine neue Perspektive für unser Projekt. Von Unwettern bleibt in Zukunft nicht nur mehr der Gemütlichkeitsfaktor des geschützten Heimes. Mir bleibt die Sorge, tags drauf noch gutes Essen kaufen zu können. Aber auch das Mitgefühl für die Bauern und Bäurinnen, die ich jeden Tag besser kennen lerne und deren Arbeit ich zu schätzen weiß. Die Verbindung zwischen Erzeuger und Verbraucher ist freundschaftlicher und es kommt der Gedanke auf, dass man es nur zusammen schaffen kann: das Leben bewältigen und vielleicht sogar die Welt zu retten mit all seinen Braunbären, Hunden, Eulen, Luchsen, Steinböcken, Schneehühnern, Fischottern, Murmeltieren und Menschen.
Insgeheim grinste ich ein wenig schadenfreudig in mich hinein, denn wir waren zu Fuß da und mußten nicht wegen etwaigen Hagelschäden am Auto zittern. Ich fühlte mich bestätigt in dem was wir hier tun.
Als wir dann zu Hause ankamen, war der Keller bereits zwanzig Zentimeter überschwemmt. Im Wasser schwamm das Rattengift, das eben erst vom Hausmeister ausgelegt wurde, um den Nagern ein Schnippchen zu schlagen. Der Lift steckte im untersten Geschoß fest wie eine Saugglocke in einer verstopften Toilette.
Um in all dem Entsetzen doch etwas Positives zu sehen, beschloß ich, dass wir bald die nächsten Schritte setzten müssen: nämlich auf den Lift zu verzichten und im Keller Platz zu schaffen, für Eingekochtes. Aber eben dann erst; bald. Bis dahin bekamen wir einen Vorgeschmack aufs Schleppen und Stufen steigen.
Doch das ist ja alles Kinderkram für uns; vorerst.
Das WAHRE Entsetzten durchfuhr mich wie ein Blitz zwei Tage später als ich gut gelaunt in der Markthalle eintraf:
Die meisten Bauern waren gar nicht erst gekommen. Viele Felder waren vom Hagel verwüstet. Jeder Samstags noch schnell gerettete Salatkopf war bereits verkauft. Die Auswahl an Gemüse war traurig.
Das beschert mir eine neue Perspektive für unser Projekt. Von Unwettern bleibt in Zukunft nicht nur mehr der Gemütlichkeitsfaktor des geschützten Heimes. Mir bleibt die Sorge, tags drauf noch gutes Essen kaufen zu können. Aber auch das Mitgefühl für die Bauern und Bäurinnen, die ich jeden Tag besser kennen lerne und deren Arbeit ich zu schätzen weiß. Die Verbindung zwischen Erzeuger und Verbraucher ist freundschaftlicher und es kommt der Gedanke auf, dass man es nur zusammen schaffen kann: das Leben bewältigen und vielleicht sogar die Welt zu retten mit all seinen Braunbären, Hunden, Eulen, Luchsen, Steinböcken, Schneehühnern, Fischottern, Murmeltieren und Menschen.
Mittwoch, 14. Juli 2010
...mit Wind gekocht
Jeder der bei uns bekocht wird, kann jetzt getrost sagen, dass es mit viel Liebe und Wind gemacht wurde. Wir haben nämlich jetzt den ULTRA-Ökostrom. Es gibt in Österreich drei Anbieter und einer vertreibt das Produkt "Naturstrom PLUS" - der Mercedes unter den Ökostromprodukten. Der Strom besteht zu 90% aus Windkraft. Die anderen 10% aus Atomstrom.
Haha, natürlich kein Atomstrom. (Aufmerksamkeitstest für ermüdetet Umweltschützer)
Die anderen 10% stammen aus Photovoltaik, Biomasse und kleinen (!) Wasserkraftwerken.
Natürlich ist der Ultra-Strom auch (nicht ultra aber doch) etwas teurer. Unser Ziel wird langfristig sein, trotzdem weniger zu bezahlen indem wir Strom sparen.
Deswegen gibts morgen mal Salat statt Pasta.
Dann bleibt nur eine Frage: Ob die 'Rauch'-Mühlen (in Innsbruck) ihr Mehl auch noch mit Öko-Wind-Strom betreiben? Muß ich mal die Müllersfrau fragen.
Haha, natürlich kein Atomstrom. (Aufmerksamkeitstest für ermüdetet Umweltschützer)
Die anderen 10% stammen aus Photovoltaik, Biomasse und kleinen (!) Wasserkraftwerken.
Natürlich ist der Ultra-Strom auch (nicht ultra aber doch) etwas teurer. Unser Ziel wird langfristig sein, trotzdem weniger zu bezahlen indem wir Strom sparen.
Deswegen gibts morgen mal Salat statt Pasta.
Dann bleibt nur eine Frage: Ob die 'Rauch'-Mühlen (in Innsbruck) ihr Mehl auch noch mit Öko-Wind-Strom betreiben? Muß ich mal die Müllersfrau fragen.
...rollen? wer will das schon?
Vor zirka sehr vielen Jahren, als ich ein lieber Teenager war, schenkte mir meine Mutter einen Roller, damit ich schneller in die Schule kommen konnte. Nur, wer will das schon?
Ich war not amused. Nie im Leben hätte ich ihn benutzt, wär doch total peinlich.
Heute - ein neues Leben später - ratterte ich damit durch die Stadt - stilecht wie eine Dreißigjährige eben Roller fährt: übervorsichtig und trotzdem hechelnd (ist ein Mega-Workout). Und dank selektivem Blick sehe ich jetzt viele andere auch beim Roller fahren. Frauen wie Männer, im Anzug wie auch in Hotpants, Übervorsichtige wie auch Hechelnde.
Gemeinsam haben wir alle aber, dass wir einfach schneller sind. Ich war heute sogar 13 Minuten zu früh beim Zahnarzt - aber wer will das schon?
(Auflösung: Jemand, der aus Müllspargründen keine Zeitungen mehr daheim hat und nach Tratschzeitschriften lechzt)
Ich war not amused. Nie im Leben hätte ich ihn benutzt, wär doch total peinlich.
Heute - ein neues Leben später - ratterte ich damit durch die Stadt - stilecht wie eine Dreißigjährige eben Roller fährt: übervorsichtig und trotzdem hechelnd (ist ein Mega-Workout). Und dank selektivem Blick sehe ich jetzt viele andere auch beim Roller fahren. Frauen wie Männer, im Anzug wie auch in Hotpants, Übervorsichtige wie auch Hechelnde.
Gemeinsam haben wir alle aber, dass wir einfach schneller sind. Ich war heute sogar 13 Minuten zu früh beim Zahnarzt - aber wer will das schon?
(Auflösung: Jemand, der aus Müllspargründen keine Zeitungen mehr daheim hat und nach Tratschzeitschriften lechzt)
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